Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 434 (sequence 10)
- Language
- German
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434 endlich scheint der Zeitpunkt gekommen ju seyn, wo man um so mehr dem einreißcnden Verderben zu sieuren suchen muß, je mehr der Luxus mit seinem gleißenden, im Innern desto verderblichern Gefolge, der Weichlichkeit, Wohl» tust und allen, Geist und Körper entnervenden Leidenschaften , überall sich zu verbreiten droht» und wo man hoffen kann, dieses Unternehmen mit Glück auszuführen. Der Christ fangt an, den Juden als seines Gleichen, als seinen Mitbrudcr zn betrachten; der Jude hört auf, in ihm nur seinen Feind, seinen Verfolger zu erblicken; die alten Wunden beginnen nach und nach zu heilen; gegenseitiger Umgang, wechselseitige freundschaftliche Verbindungen werden den langen Unwillen endlich ganz ersticken,und schon haben sich einzelne Staaten entschlossen, die in ihrem Bezirke wohnenden Juden in den Besitz aller bürgerlichen Rechte zu setzen, sie den christlichen Unterthancn gleich zu machen und alle Arten der bürgerlichen Gewerbe, selbst den Antheil an Ehrenstellcn im Staate zu eröffnen. Jetzt ist also, sage ich, der beste Zeitpunkt, mit Hoff» nung eines guten Erfolgs an der Kultivirung der jüdischen Nation zu arbeiten. Dxrs einzige Mittel dazu ist die Verbesserung der Erziehung und der Unterrichksansialten. Wie elend diese letztem, um mich nur auf sie einzuschranken, bisher beschaffen waren, ist bekannt genug. Die weibliche Jugend wurde ohne allen Unterricht gelassen, und die männliche — war kaum bester daran. An den Menschen dachte man gar nicht, an den Bürger nur, in so fern er Jude war, und diese Bildung selbst, worin bestand sie? Das Kind lernte weder die Sprache seiner christlichen Mitbürger, die doch auch eigentlich seine Muttersprache geworden iß,