Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 433 (sequence 9)
- Language
- German
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43* fein Interesse, sich um etwas anders zn bekümmern, alS «m das, was darauf unmittelbar Bezug hatte. Man muß schon in einem hohen Grade kultivier seyn, ehe man die Wissenschaften um ihrer selbst willen schätzen, und den Wunsch sie zu erlernen so lebhaft fühlen kann, daß er in Lhat übergeht. Eo kam es also, daß die jüdische Nation m ihrer wissenschaftlichen Kultur (denn von einzelnen Ausnahmen kann nicht die Rede seyn ) zuräckblieb. Aber auch die moralische Ausbildung konnte lange Zeit nicht vervvllkomnmel werden. Die allgemeine Verachtung, in der sie lebte, erstickte das moralische Gefühl, denn es ist eine nur zu wahre Bemerkung, daß auch der beste Mensch moralisch verdorben werden kann, wenn man ihm diese Verdorbenheit zuttauet. Die gute Meinung anderer von unS ist dir festeste Stütze unserer Lugend, ist jene verloren, was hilft mir dann noch diese? So schließt nämlich der gewöhnliche Mensch, bei dem das sittliche Gefühl noch nicht diejenige Starke erlangt hat, welche es in sich selbst die Belohnung des Guten finden läßt. Dazu kam noch die individuelle Nationalbeschafrigung, der Handel. Kein Gewerbe ist seiner Natur nach so geeignet, Laxität in moralischen Grundsätzen zu veranlassen, als eben der Handel. Erzielung des Privatvorcheils ist bei ihm oberster Grundsatz; alles lauft bei ihm um so mehr ans Egoismus hinaus, da der Besitz von Rcichthümern mit gar-zu viel Dortheilen im bürgerlichen Leben verknüpft ist. Unter diesen Umstanden, wozu nun noch gänzlicher Mangel an allem moralischen Unterricht kommt, ist es nur zu verwundern, daß die Moralität dieses Lheils der Menschheit nicht noch weit mehr gesunken ist , als wir das wirklich bemerken. Aber I. Jahrg. r.Band. I t endlieb