Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 430 (sequence 6)
- Language
- German
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43<> tigkcir betrachtet werden können. Denn ihren großem Wohlstand, mögen sie ihn auch erlangt haben, auf welche Art sie wollen, verdanken sie ja doch immer dem Staate, und die bürgerliche Vereinigung der Menschen war die norhwcndige Bedingung, unter der sie sich in eine höhere Sphäre aufschwingcn konnten. Das allgemeine Wohl kann folglich eine Aufopferung der Art mit Recht von ihnen verlangen. Wenn also die reichern Bürger eine verhalrnißmäßigc Beisteuer zur Errichtung einer Schulkasse gaben, so könnten davon die ganzen Untcrrichtskostcn für die ärmere Dolksklasse besorgt werden. Aber dann müßte inan auch mir aller Sorgfalt dahin sehen, daß arme Eitern ihre Kinder den Unterricht fleißig benutzen ließen. Es ist leider der Fall, daß diese gar nicht, oder nur kurze Zeit in die össentlichcn Schulen geschickt werden, weil sic den Eltern zum Broderwerb mit behülflich seyn inüssen. „Meine Kinder müssen arbeiten und ihr Drod verdienen; wollte ich sic in die Schule gehen lassen, so hatte ich für sie nichts zu essen." Dicß ist die gewöhnliche Entschuldigung so vieler Eltern für die Versäumung des öffentlichen Unterrichts. Eie mag manchnial gegründet seyn; aber doch nicht immer; oft ist sie nur ein Vorwand, den Trägheit und Dummheit, Mangel an Uebcrzcugung von der Nvthwendigkcit des Unterrichts hervorbringcn. Der Staat sollte sie in den meisten Fallen nicht gelten lassen, und da, wo sie wirklich gegründet wäre,, durch Unterstützung aus dem öffentlichen Armenkassen sie zu beseitigen suchen. Ueberhaupt wäre das ganze Hinderniß auf einmal gehobelt, wenn rs möglich gemacht werden könnte, daß der Staat die ganze Erziehung übernähme, ein Wunsch, ohne dessen Rralifirung