Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 427 (sequence 3)
- Language
- German
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427 setzt, seinen Beruf auf eine zweckmäßigere und vollkommnerc Art zu betreiben, folglich seinen Wohlstand, seine bürgerliche Glückseligkeit zu vermehren. Statt feine Muße mit rohen, unwürdigen, oft unsittlichen und schädlichen Vergnügungen auszufüllen, wird er sie zum Genuss« edlerer anständigerer Freuden anwenden , die sich ihm in Mengt darbictcn werden, ohne daß er dazu einen besondern Aufwand an Geld nöchig hat. Aber vermehrt nicht höhere Ausbildung deS Geistes auch unsere physischen Bedürfnisse, und wenn diese nun, da doch unmöglich alle Gebildete reich oder nur im Wohlstände seyn können» bei so vielen keine Befriedigung finden, muß nicht dadurch die Summe der Unzufriedenheit unter den Menschen vermehrt werden? Es mag richtig seyn, daß der feiner denkende Geist auch eines feinem Organs, und dieses feinerer und besserer Stoffe zu seiner Nahrung bedarf. Fühlt also der Gebildete mehr Bedürfnisse, so wird er seine Kräfte mehr anstrengen, thatigcr und betriebsamer werden , um sie zu befriedigen. Nur dann kann ihm dieses ganz mißlingen, wenn die Gegenstände seiner Wünsche zum Luxus gehören, nicht wahre Bedürfnisse sind. Aber Luxus ist so wenig zur bessern Bildung nothwendig , daß er ihr vielmehr schädlich ist. Gesetzt denn auch, dieser oder jener habe ungeachtet aller Anstrengungen doch mir einem feindlichm Schicksale zu kämpfen, er könne selbst die für ihn noch» wendigen Bedürfnisse nicht immer befriedigen, so wird er doch — ich bin es überzeugt — seine höhere Bildung um keine Schatze der Erde vertauschen. Bei allem Gefühl des Traurigen seiner Lage erhebt sie ihn doch über fein Schicksal, das lebendige Bewußtseyn derselben erfüllt ihn mit einem