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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 6 H. (12.1806) · p. Seite 426

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 6 H. (12.1806)
Article
Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
Date
1806-01-01
Page
Seite 426 (sequence 2)
Language
German
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42 6 Geistesbildung? Muß sie ihm nicht vielmehr, wenn er sie besitzt, seinen Stand verleiden, ihn mit Mißvergnügen über die seiner Bildung so wenig angemeßne Lebensart erfüllen , ihn mit einer Menge von Bedürfnissen bekannt machen, die er in seiner eingeschränkten Lage nicht befriedigen kann? — Freilich braucht der gemeine Bürger, als dieser, nicht eben der auseinander gesetzten höhern Bildung; aber er braucht sie als Mensch, als ein Wesen, dem ein höheres Ziel feiner Bestrebungen borge steckt ist, als die bloße Erhaltung seines animalischen Lebens, und von der Pflicht, sich dieselbe zu verschaffen, kann keine Beschaffenheit seiner Lage ihn lossprechcn. Aber sollte wahre Ausbildung unserer geistigen und körperlichen Kräfte uns wirklich in irgend einer bürgerlichen Lage schädlich werden können? Warum soll der, welcher richtig zu denken, den Gesetzen der Grammatik gemäß sich auszudrückcn, das Schöne zu empfinden, seine Handlungen nach moralischen Prinzipien zu bestimmen gewöhnt worden ist, der sich deutliche Begriffe von der Natur der ihn umgebenden Dinge und von den Verhältnissen des gesellschaftlichen Lebens verschafft hat, warum soll er seinem individuellen Berufe, wie er auch beschaffen seyn mag, nicht eben so gut vorstehen können , warum soll er dadurch mit demselben unzufrieden gemacht werden? Ich möchte lieber gerade das Eegentheil behaupten. Seine höhere Ausbildung wird für ihn vielmehr eine Quelle mannigfaltiger Freuden und Genüße werden, wird ihn das Unangenehme in/einer Lage weniger fühlen und auch die niedrigsten Geschäfte mit Lust und Heiterkeit betreiben lassen, indem sie ihm dieselben aus dem rechten Gesichtspunkte verstellt, irnd ihn in den .Stand setzt,

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