Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 405 (sequence 8)
- Language
- German
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jüdischen Söhne reicher Eltern recht überzeugend rmfehm und beherzigen! Sie. haben die Mitte! in Handm, sich durch fremde Leitung bessere Einsichten zu verschaffen, ihren Geist durch Studium und Wissenschaft zu veredeln, und sich von den Mühen und Sorgen des Lebens freier zu ephalten. Sie brauchen die köstliche Zeit ihrer Jugend nicht in den Schulen der Süabfcinen zu verkümmern und ihren; Geist sich als aufgeklärter Christ dem gebildeten Juden zu nähern, zieht sich crfrcrcr gewöhnlich auf das Prädikat . Christ allein stokzirend, mit Verachtung^ die freilich dem Vernünftigen lächerlich ist, zurück.. Zehrte den», aber etwa der würdige Stifter des Christenthüms, daß man seinen Bruders den Juden, Hessen müsse? 2 Keinesweges! er lehrre vielmehr das Gegentheil, und dennoch glaubt so mancher/, den Juden, ohne ihn kennen zrr wollen, als Christ fliehen zu müssen. O die Verblendeten! — Was kann nun aber wohl dem Juden die Kultur eigentlich viel nützen, wenn der Christ, je mehr er das Bestreben desselben zu dessen Veredlung, wahrnimmt, je mehr er ihn kultivirt sieht, ihn in seiner tiefsten Erniedrigung wieder zu sehen wünschend, sich immer mehr von ihm entfernt? — Freilich der philosophische Geist/ seines SelbstwerrhS fick bewußt, sieht mir Verachtungauf die verblendeten Thoren herab; — aber kann es denn lauter Philosophen geben, die sich über immerwährende Erniedrigungen hinwegsetzen? Kann es in unfern Zeiten viele solcher Dulder geben?'— — Wie müßten wohl die Schuten eingerichtet seyn., nr welches solche melancholische Philosophen gebildet werden sollen?' Ich wäre nicht im. Stande, einen Plan hierzu zu entwerfen — und zu wrlchenr Endzwecke wäre es^auch eigentlich nöthig?-— Entschuldigen Sie meine Herzensergießung. Es sind Gedanken, die gerade in diesem Augenblicke mein Inneres erschüttern» Ich fühle so lebhaft das Unglück meiner Gtaubensbrüder, das sie in manchen Ländern mffr r — es erpreßt mir sehr oft Thrärren des Mitgefühls! —*■ ■- * - D. Fr.