Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Zweck jeder vernünftigen Erziehung foßfe, nurj feyn, das rein Mcnschl ichc imMcnschni zu tvccfcn und ji} nähren, den Geist für die höheren und edleren Freude« der Seele empfänglich zu machen, ihn für das Große und Köstliche des Lebens zu erwärmen, und die Güter dieser Welt in ihrer wahren Gestalt, in der sie einzig wünschcns» werrh sind, darzusicllcn. Geschieht dieß aber wohl itt den Familien Ihrer reichen Glaubensgenossen? — Ach leider das sprechendste Gcgcntheil! die Kinder, oft das Spielwerk verblendeter Liebe und mütterlicher Eitelkeit, wachsen unter den Freuden und Lüsten eines luniriöscn Lebens auf, und lernen dasselbe kicbgcwinnen. Zn ernstlichen und kräftigen Arbeiten des Geistes, zur Erwerbung nützlicher und heilsamer Kenntnisse werden sie nicht. ungehalten. Wozu auch das, da sie-reich sind und einst von den Eltern und Verwandten ein bedeutendes Vermögen erben? Als verhätschelte, verwöhnte und alberne Buben wachsen sie heran, und werden einst stolze, selbstsüchtige, sinnliche Menschen, die sich durch ihre thörichte Arroganz, durch ihre seichte« und absprechenden Urtheile und durch ihre fade Flachköpfigfcit lächerlich und verächtlich machen. Dom Handel verstehn sie gar nichts,' und wissen deßhalb von ihrem Vermögen keinen bessern Ccbranch,zu machen, als sich dafür den Genuß eines fröhlichen Lebens zu verschaffen. . Machen sic einmal,Gescl;aftssxekulationcn, so sind sie übel berechnet, leichtsinnig gewagt , und der Betrügerei Anderer Preis gegeben. Daher kommt es denn, wie Eie selbst-einmal sehr richtig bcmcrklen *), daß große Rcichthümer jüdischer Fa- - -■ . ■ milicn *) Zweites Heft der Snlamith, Seite »24.