Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Berichtigung eines schädlichen Mißverstandes
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 389 (sequence 4)
- Language
- German
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Zs9 (Der Ewige befahl — von >cdcm Baume dcS Gartens kannst du essen, nur von dem Crkcnnlnißbaume — sollst du nicht essen.) Welcher gesunde Menschenverstand wird hier auf den Einfall gcrathcn, zu behaupten: da Jehova hier dem ersten Mensche» Gesetze vorschrcibt, so hat er auch daS ככל עץ הגן cathegorisch befohlen, und dieser Behauptung zufolge den Vers zu übersetzen: Der Herr befahl dem Menschen, von jedem Baume des GartenS mußt ober sollst dn cfiai .׳c. ׳ Und eben so verhalt es sich mit dem so oft mißverstandenen Vers: לנכרי תשיך ולאחיך. לא תשיך. Moses befiehlt hier nur (wie dieses aus dem vorhcrgehenden V. 20. augenscheinlich erhellt) dasjenige cathegorisch, was der Israelit gegen seine Ncbenisraeliken, kcinesweges aber, was der Israelit gegen den ׳Ausländer zu befolgen hat; von diesem letzter» spricht er bloß darum, damit er in dieses Gesetz mehr Kraft hincinlegcn könne, und der eigentliche Sinn des Verses ist:wenn es dir suche rlaubt ist, vomÄuslander Zinsen zu nehmen, sollst du dennoch von deinem Bruder keine nehmen." Wem es auffallend seyn dürste, daß Moses gerade bei dem Fremden in Rücksicht des Zinsennchmcns eine Ausnähme machte und dasselbe hier erlaubte, der erwäge vor allen, daß doch überhaupt mäßiges Zinsennchmen .kein eigentliches und natürliches llnrecht fey. Wenn nun Moses allen Einwohnern Palastina's das Verbot ertheilte, keine Zinsen von einander zu nehmen, so geschah dieses nur aus dem Grunde, weil dieser göttliche Gesetzgeber die isra-