Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 4)
- Language
- German
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377 Andere und sichtbare Gegenstände stellten sich dem blöden Auge dar: hier zeigte sich die Tagcskönigin, die S o n n c, in ihrer ganzen Herrlichkeit, schenkte Fruchtbarkeit der Erde, und mit ihren Strahlen erwärmte sie deren Sohn; dort ließ sich der leuchtende Mond erblicken mit einem Heere funkelnder Sterne: das waren dem Menschen seine Götter. Diese, wähnte er, hätten auf ihn den mächtigsten Einfluß, sein Wohl und Weh hange von ihrer Laune ab; ihre Gunst müsse er sich zu erwerben suchen, ihr Zorn könne ihn tödten. — Tempel, Altäre und Priester wurden nun diesen Mächtigen zu Ehren gesetzt; auf abergläubische Verehrung verfiel das Volk, und, das Wichtigste, die Beobachtung der Menschenliebe wurde gänzlich aus den Augen gesetzt. Zwar war die Sündfluth geschickt genug, um sie aus ihrem thörichten Wahne zu reißen, und ihnen Gott als den einzigen und moralischen Regenten der Welt zu zeigen; aber sie vergaßen auch diese wichtige Begebenheit bald wieder und verfielen abermals auf den lächerlichen Dienst der Gestirne, auf den Naturdienst; über das sichtbare Große vergaßen sie das unsichtbare Größte, über die Kinder dm Vater, und über die Diener den Herrn. — So traurig stand es um die Menschheit, als schon Tausende von Jahren' die Erde ihr Daseyn gefeiert! Finstere Nacht umhüllete sie, und im- Dunkeln wandelte ihr Bewohner. Vergebens leuchtete ihm die wohlthätige Sonne der göttlichen Vernunft. Noch zu blöde .war sein Auge, und nicht schauen konnte er ihr strahlendes Licht, der Nen- L. Jahrg. Band. Le gebor-