Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Über einige bei der jüdischen Nation bestandene, und zum Theile noch bestehende religiöse Sekten
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 9)
- Language
- German
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Z6» ... diesem Hyrkan uub feinem Bruder AristobulnS, welcher letztere der Sekte der Eaducäer zugethanwar, Herodcs, rin gcbohrner Jdumaer, der, wie es scheint, es weder mit der einen noch der andern dieser Sekten hielt, sich auf den jüdischen Thron schwang, war die Ruhe zwischen dm Par« theicn zwar öffentlich hcrgestcllt, obgleich wahrscheinlicher Weise die Verfolgung und Chikane im Finstern ihr Wesen trieb. An dem letzten zerstörenden Kriege gegen die Römer nahmen di« Saducäer gemeinschaftlichen Antheil, und seit dieser Zeit ist diese Sekte, oder wenigstens der Name der» selben, ganz verloren gegangen. Die Anhänger dieser Sekte glaubten nur das schriftliche Gesetz, und laugneten alle Traditionen oder mündliche Uebcrlicferungen. Sie lehrten, baß der Mensch bei allen seinen Handlungen freien Willen hat, ohne daß hierin die göttliche Vorsehung den mindesten Einfluß habe. Ferner, daß man das Gute thun und das Böse unterlassen solle , nicht wegen Furcht vor Strafe oder Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode; sondern man solle das Gute üben und das Böse meiden, bloß aus Liebe für das Er» stere und ans Abscheu für das Letztere. Eie waren sehr sirenge in ihrer Lebmsart, so wie im Bestrafen bei Uebertretung des Gesetzes. Uebrr ihren Glauben an die Unsterblichkeit der Seele siild die Meinungen der Gelehrten getheilt, und es ist also unentschieden, und bis jetzt noch nicht völ» lig ausgemacht, ob sie eine Fortdauer der Seele nach diesem Leben glaubten oder nicht. Essäer.