Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Einige Ideen über Mosaismus und Judenthum
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 2)
- Language
- German
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333 Existenz des Menschen hört auf, sobald diese Eingeboms feiner Seele, dieser Grundpfeiler feines moralisthcn Systems nur im mindesten zu wanken anfangt. Das Wesen derselben ist ferner so bestimmt, so fest begründet, daß cs an und für sich keiner Verminderung oder Vermehrung fähig ist. — Unter jedem Himmelsstriche, in jedem Zeitalter, bei jeder menschlichen Gesellschaft ist und bleibt stk unveränderlich dieselbe. — Ganz anders verhalt es sich mit der Cercmonie, der Gefährtin der Religion; so fest sie sich auch an dies: an» schließen mag, so unentschieden auch je zuweilen die Gränzen ihrer beiderseitigen Gebiete zu seyn scheinen, so sind sie dennoch nie so rinverleibt, daß sie für eins »nd dasselbe angesehen, oder wohl gar die Mangel der einen auf Rechnung der andern gesetzt werden könnm. — Die Ccremonie ist die Tochter der Einbildungskraft; dieser verdankt sie ihr Daseyn, sie mag erscheinen, unter welcher Gestalt und Form sie wolle; ihre Hülle mag noch so heilig, ihr Aeußcrlichcs noch so viele Kennzeichen des Erhabenen und Feierlichen an sich tragen, so war es doch nur die Phantasie erfinderischer Köpfe, die ihr das Daseyn gab; Alter» , thum sanctionirt sie; Gewohnheit und Frequenz dcftstigcn ihre Dauer; äußerer Glanz. begünstigt ihr Anschm und erhöhet ihr an und für sich gehaltloses Wesen in den Augen des Volks. Sie unterscheidet sich daher durch ihre Unwesentlichkeit von der. Religion selbst, welche ia ihrem reinen Glanze ihre hohe Abstammung, ihren göttlichen Ursprung zu erkmnm gibt.— Sehr oft ist die Cercmonie ein nothwcndiges Hülssmittel, um einen gänzlichen Umsturz der Hauxtgefetzc, dm 5- ' , -