Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Einige Ideen über Mosaismus und Judenthum
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 3)
- Language
- German
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334 ^gewisse Nebenunistöiibe hcrbeiführen könnten^ vorzubengea. Der sinnliche Mensch bedarf allerdings einiger Umgebungen, deren Feierlichkeit ihn an sich zu ziehen, und dem Wesentlichen der Religion naher zu bringen vermögend ist. Die Ceremonie ist also ein Vehikel dem schwachen Auge der großen Volksmassc, die dem Maulwurfe gleich, zu blödaugig ist, jenen Abglanz des Göttlichen in seiner Klarheit ju erblicken; sie ist gleichsam der Kitt, der den schwacher» Lhcil an das Ganze knüpft, und aus diesem Gesichtspunkte betrachtet nicht minder heilig. Andere Gesellschaft, andere Beftsii'gnngsmittel, daher die Verschiedenheit derselben nach Zeit, Klima und Umstanden bei jeder selbstständigen Gesellschaft. Dem Kurzsichtigen, der das Vehikel vom Wesen nicht zu unterscheiden vermag, müssen beide gleich heilig vorgehalten werden, damit er durch Veknachlaßigung des Aeußern das eigentliche Wesen der Religion nicht geringschatzc. Aber auch der Hellsehende wird sich aus eben dem Grunde keine öffentliche Verletzung derselben erlauben, so lange nicht eine allgemeine sittliche Aufklärung des Menschengeschlechts Religion und Ceremonie genau von einander unterscheiden gelehrt haben. Allein so nothwcndig und wichtig die Ceremonie auch seyn mag, so ist sie doch vom Wesen der Religion so weit entfernt, daß sie immer bloß als Mittel, nie als Zweck» immer nur als eine zufällige Eigenschaft der sinnlichen .Masse betrachtet werden muß; weil man sonst leicht in die Gefahr gerathc» könnte, über die Mittel den Zweck zu , verfehlen, und das Wesentliche der Religion zu vernach» Mfigm.- j ", ' '