Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 8)
- Language
- German
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326 konnte, wäre ungefähr eine Bitte an diejenigen Rabbiner, die die Schriften' jener großen Männer der jüdischen Na:ion, welche liberalere Grundsätze aufstcllen, einiger Aufmerksamkeit würdigen, daß sie in ihren Predigten, die Denkfrcihcit mehr in Schutz nehmen, sie empfehlen, und ihrer Gen!eine überhaupt die Nützlichkeit des Vernunftgebrauchs zur Befestigung des Glaubens, im enger» Sin» ne des Worts, recht klar und deutlich vor Augen stellen mochten. Statt daß so mancher Rabbi am Cabbach in seinem Zirkel, oder an den zwei dazu bestimmten Tagen des Jahrs, seiner Gemeine unverdauliche Predigten, die oft mit zwecklosen Witzeleien ausstaffirt sind, mit so vieler Gravität auftischt, sollte er sich billig lieber bestreben, derselben etwas Vernünftigeres vorzntragcn, welches zugleich das Herz erwärmt und den reinen Sinn für Gutes und Edles belebt. Nur Ihr, Lehrer des Volks! wäret, wenn ihr euch Mühe gäbet, es allein im Stande, der eingcrissenen Gleichgültigkeit gegen die Religion, die ihr durch Eure Gleichgültigkeit gegen die Menschen selbst herbciführtct, kräftigen Einhalt zu thnn! Freilich müßt« sich alsdann so mancher.Rabbi bequemen, sich seiner Gemeine mehren nähern, mrd nicht, wie es häufig der Fall ist, m,t ihr in Rücksicht der Handlungen um ein Jahrtausend auseinander zu scyn. Durch seine Absonderung von der Gemeine') wird die Kluft zwischen ihm und derftlbeu vielmehr nur immer größer, und alle Übeln ׳ . ~ Fol- ') Sondere Dick nicht von der Gemeine ab! ״sagt der sanfte, weift Lehrer Syiilel der Acltere. Radbinische Sentenzen. 2. Absch. )2 '9 9רמי אבות