Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Über die vornehmsten Ursachen des ehemaligen Verfolgungsgeistes in der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 13)
- Language
- German
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3°4 schicdenheit; sie gehören mit zu den ewigen Wahrheiten, welche Vernunft und Offenbarung predigen. Außer ihnen liegt das Wesen der Religion hauptsächlich in dem allen -Menschen eingepflanztcn Sittengefetz. Der Mensch soll gm und unsträflich scyn in Gedanken, Worten und Handlungen- und wenn er dirß ist, so liegt nichts daran, in welche äußere Form seine Religion gekleidet ist; die Annahme jener Hauprlchren aber ist mit dem Sittcngesctz so innig verwebt, daß dieses ohne jene nicht bestehen, nicht befolgt werden kann. Nicht Ceremonien, nicht religiöse Feierlichkeiten, nicht Gebetsformcln sind das Wesen der Religion, sondern wahre innige Liebe gegen Gort, unsern Schöpfer und Darcr, und die darauf sich gründende Verehrung nnd Anbetung seiner; wahre Liebe gegen unfern Mitmenschen, -Hie-Grundstütze aller Tugend, die Duelle aller Pflichten, dir wir gegen ihn zu beobachten haben. Beides vereinigt macht dasPrincip, das Wesen der Religion aus. Mögen also Menschen in der anßeren Form ihrer Gottcsvcrehrung und religiösen Dogmen noch so sehr von einander verschieden scyn, wenn sie nur in jenem Principe mit uns über, emsiimmen ( und das werden alle , sobald chre Vernnnft sd weit ausgebildet ist, daß sie die Wahrheit desselben cinschen können), so sind sie unsere Brüder, die wir lieben, deren Bestes wir zn befördern suchen müssen. O würde dieß von jedem so beherzigt, als es beherzigt zu werden verdient, wie wohl stände es mit der Menschheit; Aller Settengeist, alle Anfeindung wegen der Religion würde verschwinden und was keine Conciiim, keine Ana. thema's, keine Auto da fe's bewirken konntm, würde von selbst das wohlchätige Resultat werden: Ein Glaube, Eine