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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 4 H. (10.1806) · p. Seite 303

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 4 H. (10.1806)
Article
Über die vornehmsten Ursachen des ehemaligen Verfolgungsgeistes in der Religion
Date
1806-01-01
Page
Seite 303 (sequence 12)
Language
German
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3°3 der Religion zu suchen sty. Echm wir die Geschichte der Derfolgungcn unter den verschiedenen Rcligionspartheicn durch, so finden wir, daß alle Vorwürfe, welche die eine Parthei der andern machte, auf Unterschiede in dm sogenannten Glaubenslehren hinausliefcn. Man haßte und verfolgte nicht den anderen, weil er ein schlechter, unmoralischer Mensch war, sondern weil er Mosen oder Iesum, oder Muhamcd als den Stifter seiner Religio» verehrte, weil er den Sonntag oder Sonnabend der EortesverchrunA bestimmte, weil er durch das Zeichen der Taufe oder der Deschneidnng in feine Religion ausgenommen wurde, weil er die heilige Schrift allein, oder neben ihr auch den Talmud als die Norm seines Glaubens ansah, weil er nicht diese, sondern sene Ccremonien annahm; kur; man verfolgte sich wechselseitig um Dinge, die gan; außer dem Wesen der Religion-liegen, oft um die geringsten und unbedeutendsten Unterschiede. Aber worin liegt denn eigentlich das Wesen der Religion? Ich antworte gcrrost, nicht in Glaubenslehren, nicht in Cercmonien und Fcierlichkeitm, sondern allein i» der Sittlichkeit, und Tugend. Dorr Glaubenslehren sind nur sehr wenige als wesentliche zrr betrachten, und in diesen stimmen alle Menschen, wenig« Verblendete ausgenommen, mit einander überein» ich meine die Lehren, daß ein einziges ewiges Urwescn sty, welches die Welt und alles, was in ihr ist, geschaffen hat, sie erhält und regiert, daß unsere Seele unsterblich sty und nach diesem Leben ein anderer Zustand ihrer warte, wo sie nach Maaßgabc ihrer Handlungen Belohnung oder Bestrafung findet, d. h. glücklich oder unglücklich wird. In diesen Lehren herrscht unter den Menschen keine Der-, schic«

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