Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Über die vornehmsten Ursachen des ehemaligen Verfolgungsgeistes in der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 9)
- Language
- German
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goo gesetzt, weil er es kcineswcges ihrer Willkühr überlaßen durste, wie er zu verehren wäre, ohne sie der Gefahr auszusetzen, seine Verehrung ganz zu vernachlässigen. Diese Ritualgcsctze mußten von Lenen anderer Völker sich unttrftl>c!dcn, weil es ihm überhaupt gefallen hatte, ihnen «ine bessere Erkenntniß seiner selbst zu geben, als ihre» Nachbarn; sie sollten sich also auch im Aeußern von ihnen unterscheiden, um desto weniger in Gefahr zu scyn, ihre bessere Erkenntniß gegen die schlechtere zu vertauschen. Er verbot ihnen aus eben dem Grunde, ihn ans irgend eine Art äußerlich abzubilden, nicht weil dadurch seiner Göttlichkeit irgend ein Abbruch geschähe, wenn ein am Verstände noch schwaches Volk durch irgend ein äußerliches Abzeichen sich bemühet, seiner Idee von Gott, die cs noch nicht in ihrer reinen Geistigkeit fassen kann, mehr Bestimmtheit zu geben und dem körperlichen Auge etwas darzusiellen, woran daS geistige die innere Anschauung des Ewigen und Unsichtbaren knüpfen kann; sondern Am die ihnen mitgetheilte reinere und geistigere Idee zu erhalten und zu verhindern, daß sie durch die gröbere und sinnlichere verdrängt werde. So müssen solche und ähnliche Verordnungen Gottes mit dem, was die Vernunft nach ewig wahren Grundsätzen unS von ihm lehrt, vereinigt werden. Es ist gewiß in der .Religion kein richtiges Princip, daß die Vernunft den Aussprüchen der- Offenbarung untergeordnet bleiben müsst. Hat uns Gott die Vernunft nicht eben so wohl gegeben, als .die Offenbarung? Ist das, was sie einmal als' wahr erkennt, nicht ewige ünd nothwcndige Wahrheit, eben so mittäglich, wie die Gottheit, ihr Urheber? .Ist sie dadurch inicht von. dem. Ewigen selbst zum alleinigen Richter aller