Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Über die vornehmsten Ursachen des ehemaligen Verfolgungsgeistes in der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856455-2314095--00379-2314508- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
«98 glauben, diesen besonderen Beweis seiner Fürsorge nickt Acgcben hat. Wer kann die Echeimnisse der Gottheit ergründen/ wer kennt die tausend Mittel und Wege» weiche seine Weisheit einschlägt, um ganze Völker so wohl als einzelne Individuen ihrer Bestimmung näher zn bringen. Erweckte er nicht unter jedem Volke Männer, die mit der Allgewalt ihres Geistes ans ihre Zeitgenossen wirkten/ ihnen den Hohen und Erhabenen verkündeten, die Tugend auf den Thron zn erheben und das Laster zu stürzen suchten? Rühmten sic sich auch nicht des bcsvndern Vorzugs einer göttlichen Offenbarung, so hatten sie doch das Ucbcrgewicht ihrer Geisteskräfte keinem l andern, als eben ihm, dem Urquell alles Guten, zu verdanken; er wollte durch sie eben so wohl auf ihre Zeitgenossen wirken, als durch jene, die «r einer bestimmtem Offenbarung würdigte. Er gab ihnen die Kraft, Lehrer der Völker zu werden; er lenkte die Umstände und Verhältnisse so, -aß sie von diesen Kräften die gehörige Anwendung machen konnten und crmangcltt nicht, ihre Bemühungen mit seinen Segnungen zu krönen. Er zeigte eben dadurch, wie irrig der Glaube seyn müsse, daß dieses oder jenes Volk ihm besonders lieb und angenehm Ware; er gab sich vielmehr dadurch als den allgemeinen Vater aller seiner Menschen zu erkennen, die er alle liebe,; die er alle glücklich machen wolle. Eine andere, eben so unrichtige Idee, welche hauptsächlich den Geist der Verfolgung unter die Menschen verbreitet«, war die, daß eine gewisse bestimmte Derrhrungs- «rt der Gottheit ihr allein angenehm sey; daß sie also nur Diejenigen lieben , und belohnen könne, welche im Besitze derselben wären, daß jede andere ihr Mißfallen zur Folge ha-