Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 4 H. (10.1806)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 4)
- Language
- German
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387 nach Ihren besten Kräften für das Wohl der jüdische» Zugend in Ihrer Vaterstadt gesorgt. Cie werden cs also auch am lebhaftesten fühlen, wie sehr es mich schmerzt, einen so großen Thcil der Menschheit vernachlaßigt, unter dem Unkraut von Donirtheilcn und Unwissenheit auftvachse», ja wohl gar gänzlich verwildern zu sehen. Ich will kein allgemein gültiges Vcrdammungsurtheil ausgesprochen haben, — das wäre hart, anmaßend und ungerecht; ich kenne im Ecgenthcil manche jüdische Familie , in welcher die Kinder nach gesunden Grundsätzen aufcrzogen werden, wo sie einen vernünftigen, wahrhaft bildenden Unterricht erhalten, wo man sic für alles Gute, Schone und Edle empfänglich zu machen, und in ihnen einen lebendigen Abscheu gegen alles Böse, Schlechte und Gemeine hcrvvrzubringen sucht. Aber dieß stird leider nur tröstende Ausnahmen von der Regel, und im Ganzen glaube ich, ohne Anmaßung und Ungerechtigkeit behaupten zu können, daß cs um die häusliche und öffentliche Erziehung bey Ihren Gkaubcnsgcnosssen noch herzlich schlecht aussehe. Das gestehen die Gebildeten und Einsichtsvollen von den Juden selbst, und ein Mendelssohn, Friedländer, P. Beer, Jakobssohn und Andere haben manches Klagelied darüber angesiimmt. Die ganz arme Klasse der Juden» die keine bleibende Statte haben, die heimathlos in einem wilden Nomadenleben die Welt durchsircifcn, und durch Hausiren des Le-. bens dringendste Bedürfnisse zu befriedigen suchen, können ihren Kindern gar keine Erziehung geben. Sie sehen dieselben als eine schwer lastende Bürdean, und schleppe« ' ■ ’ sie