Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 16)
- Language
- German
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0J7 selben ankommt, erhebt der Kantor seine Stimme, indrm er in einem launigen Texte, Ler in jeder jüdischen Sememe gleichlautend abgefaßt ist, den Frcudentag des Brautpaars nach seiner Manier besingt...Hierauf spricht der Rabbiner seinen Segen, während er einen Decher mit Wein in der Hand halt. Die Braut erscheint nun von zwei Lranführerinnea begleitet und wird von denselben dreimal um ihren Dräutigam im Kreise herumgeführt. Sie trägt einen 'weißen Cchlcicr über dem Gesichte, und, gehört sie zum heiligen Iungfcrnstande, einen kleinen Myrthenkranz auf dem Kopfe. Der Bräutigam steckt den Trauring, auf Anleitung des Rabbiners, mit den Worten: ״Du seyest dadurch als Ehegattin mir heilig!" an einen Finger seiner Braut und der Rabbiner verkündigt nun den Umstehenden durch ein unter den Juden allgemein eingrführtes, in chaldaischer Sprache abgefaßtcs Formular* **)), daß Herr N. N. die Jungfer oder Wittwe N. N. nach dem Gesetze Moses und der Jsraelitm gechlicht und daß das Brautpaar friedlich zu leben v. fr», versprochen habe ״*). Einige Segenssprüche folgen hierauf *) Dieses Formular wird bei den reiche» wie bei ben-armen Juden in Betreff der Mitgift, aus dem Grunde ohne ltnterschied gleichlautend vorgclescn, damit die Armen nicht beschämt werden möchten. **) Es ist höchst unrecht, daß diese Verkündigung, «ämlich dern2U12, nicht in deutscher Sprache gejchiehet, indem dieselbe bloß aus dem Grunde in chaldäischer Sprache abqefaßt ist, damit sie einem Jeden verständlich fey» soll. Die Juden im babylonischen Reiche sprachen gewöhnlich chaldäisch, weil nur wenige derselben der hebräische« Sprache kundig waren. Und in unfern Zeiten, wo di« Jude» die chaldäischc Sprache weniaer als die hebräisch« der-