Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 11)
- Language
- German
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ÄZ2 Publikum unterhält. Es würde mich zu weit führen, wenn ich die verschiedenen burlesken Ccremonic»die in solchen .Fallen überall auf eine andere Art Statt finden, hier alle anführen wollte. — Kommt nun die Braut ans dem . Bade zurück: so sindet sie gewöhnlich eine zahlreiche Gesellschaft in ihrer Woh. nung. In manchen kleinen Stabten hört man vordem Hause zur Ehre des Brautpaars eine Serenade, die zugleich das Fest des folgenden Tages verkündigt. Am folgendcn Tage recht früh geht nun das liebe Spectakcl los. Den Gesetzen gemäß soll das Brautpaar so lange fasten, bis chic Trauhandlung vorüber ist; allein dicß wird jetzt nicht haufig befolgt, so wie überhaupt manche der angeführten Cercmouien von einzelnen Aufgeklärten langst abgcschafft wurde r im Allgemeinen aber freilich noch existirt. In denfen!gen Oettern, wo der sogenannte deutsche Gebrauch eingcführt ist, als z. D. in Frankfurt!) am Main, Fürth m s. fi , herrscht noch die sonderbare Sitte, daß das Brautpaar an diesem -Morgen früh von einigen dazu erwählten Führern und in Begleitung vieler Menschen nach dem Vorhofc der Synagoge (in vielen Oettern mit Klingendem Spiele, wie ich es selbst schon, sah) geführt wird, woselbst die gedachten Führer Waizen und Geld über ihre Häupter werfen mit dem Ausrufe: ״Seyd fruchtbar und mehret euch! " welches Ganze zwar einen sehr lächerlichen Anblick gewährt; doch aber auch das einzige Gute hat, daß die Armen fick) das Geld aufsuchm dürfen. — So groß auch die Pflicht des Drarrtpaars ist, sich nach der Trauung einander zu nähern und sich zu vereinigen, weil es dann heißt: ״Es ist nicht gut, wenn י:! 3•;. ...;'-י ■ der