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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 3 H. (9.1806) · p. Seite 212

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 3 H. (9.1806)
Article
Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
Date
1806-01-01
Page
Seite 212 (sequence 6)
Language
German
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ist, den di« tugendhafte» Handlungen auf sein Herz machen; seine Begriff« von Rechtheit und Schuldlosigkeit werden desto lauterer und reiner, je reifer sein Nachdenken über die Verhältnisse der Menschen gegen einander wird. Und so be. wahrt ihn sein erleuchteter Verstand vor Verirrungen und rcligiöscn Missgriffen; sei» Heller Geist schützt ihn vor Aberglaube» und Vorurthcil; seine Liebe zur nützlichen Thätigfeit rettet ihn von dem verderblichen Gifte des Luxus und der Frivolität; sein ernstes Beschauen aller Gegenstände bürgt ihm ftir die Sicherheit und Wahrheit seiner Erkenntnisse, für die Aechtheit seiner moralisch - religiösen Maxime, und für die innere Güte seiner darnach eingerichteten Handlungswcisc. — In Hinsicht des Strebens nach Vollkommenheit laßt sich freilich nicht genau bestimmen: in wie weit der Begehrnngstrieb des Menschen mit seiner Moralität gleichen Schritt halten müsse; indem cs sogar die Pflicht eines Jeden zu seyn scheint» die Sphäre seiner Thätigkcit immer weiter auszudehnen, so daß er nie einen festen Punkt zu beobachten hat, auf dem er endlich still stehen soll, sondern vielmehr in dem Grade, in welchem er sein Talent zu üben und zu scharfen gesucht hat, auch sich immer weiter hinauf zu schwingen schuldig sey, wenn nur hierbei kein Gesetz der Moralität verletzt wird. Allein bicß kann nur alsdann gelten, wenn die Rede von einem gewissen Stande ist, in welchem das Erheben zu einer hohem, ja zu der höchsten Stüse desselben, nicht nur der Natur des Menschen angemessen; sondern auch für die sämmtlichen Glieder dieses Standes Gewinn hat, und folglich eine Pflicht ist, die jedem Menschen, her sich der Menschheit ividmeh י ' . . mit

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