Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 4)
- Language
- German
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tcn demselben überall folgt, und stets mit der lebendigsten Wirksamkeit auf ihn zurück wirkt. — Er tritt in die menschliche Gesellschaft, vereinigt sich stillschweigend mit ihr, schließet Bündnisse und Vertrage, unterwirft sich willkührlich den Gesetzen derselben, nnd nun gewinnet sein Glaube an crhöhctem Interesse für die Tugend, die in ihm bald als Lohn, bald als Belebung und Aufmunterung erscheint; er bauet sie nnn weit festerund gegen jed:n Zweifel und äußerliche Angriffe unerschütterlicher in der praktischen Vernunft auf. Unbekümmert, ob scin Anthcil an den irdischen Gütern sich vermehre oder vermindere, ist er in seinem Beruft redljch, in seinen Verbindungen getreu, gehorsam gegen die Obrigkeit, liebreich auch gegen den Niedrigsten seiner Mit- Menschen, mitleidig gegen Elende und Bedrängte, sanftniürhig und versöhnlich gegen seine Feinde, gelinde und nachsichtsvoll gegen Schwache, wohlthätig gegen Alle. — Er erkennet keinen Unterschied des Glaubens; ihm ist die Menschheit heilig, erscheine sie, unter welcher Gestalt sie wolle. Entfernet von Rachsucht und niedrigem Hasse, umfasset seine Liebe״ Alles, umschlingt er mit einer liebevollen Kette das Ganze, so weit seine zur Thätigkrit geübten Hände reichen. Er weiß, daß er ein Theil des großen All ist, und daß das Ganze nur in feinem Umfange crhaltcn werden kann, je nachdem jedes Glied, so einfach oder zusammengesetzt cs auch seyn mag, in seiner natürlichen Schuldlosigkeit zu wirken und zu handeln fortfahrt. Er weiß ferner^ daß Wirken und Gegenwirken zur Natur einer jeden Maschine gehört, und folglich die Freiheit des Einzcln, durch den Einfluß der Wirksamkeit aufs Ganze erst \ ׳ , be-