Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 10)
- Language
- German
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m Daß aber auch diese Bildung nochwendig fey, braucht wohl keines Beweises. Jeder kann in Umstande und Lagen kommen, worin diese oder jene körperliche Geschicklichkeit ihm von dem größten Nutzen ftyn kann. Aber abgesehen davon, dienen die gymnastischen Hebungen auch zur Deferderung der Gesundheit. So einleuchtend Ließ ist, so sehr ist es zu verwundern, daß bei unserer Erziehung so wenig darauf Rücksicht genommen wird. So lange unsere Schulen nichts weiter als Unterrichksanstalten und nicht Erziehungsinsiitlitc sind, kann freilich weder auf die subjektiv - körperliche, noch selbst auf die subjektiv - geistige Dildüng in dem Grade, als sic betrieben werden sollte, Rücksicht genominen werden. Sic haben meistens bloß den Unterricht in objektiven Kenntnissen zum Gegenstände, f und überlassen es den Eltern, für die eigentliche Erziehung ׳ zu sorgen. Aber diesm fehlt es in den meisten Fällen an ' Kraft,?eit und Lust, dieses Geichäst so, wie sie sollten, zu übernehmen. Dicß lehrt leider nur zu sehr die Ersah- \ rung! Soll es einmal um die Menschheit besser sichen, so i müßte nach meiner Meinung der Staat das ganze Bildungsgeschäst übernehmen. Er allein ist im Stande, es Männern anzuvcrtrqucn, welche die dazu gehörigen Fähig-- feiten, Kräfte und Neigung haben. Sobald das Kind im Stande wäre, bei der Befriedigung seiner ersten physischen Bedürfnisse selbst Hand anzulegen, und fremder Hülfe , großlenchrils zu entbehren, sollte'es der öffentlichen Erziehung übergeben werden. Dann erst könnte auf eine zweckmäßige Art auch für die Ausbilduns des jugendlichen Körpers durch gymnaflische Uebungen gesorgt werden, »m ihn zu einem völlig tauglichen Organ für die Seele zu machen;