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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 3 H. (9.1806) · p. Seite 193

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 3 H. (9.1806)
Article
Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
Date
1806-01-01
Page
Seite 193 (sequence 9)
Language
German
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m Nicht anders behandelt man gewöhnlich auch die Mo» ral und Religion. Auch hier wird alles in kalte Der» fiandcsbegriffe zergliedert, und was dem Menschen das Heiligste, das Ehrwürdigste ftyn, was er mit der feurig» sien Andacht, mit dem glühendsten Gefühl umfassen und gleichsam in sich cinsaugen und in sein eigenes Selbst «er» wandeln sollte, das wird bloß Gegenstand des Gedächtnis» scs. Man ist zufrieden, wenn der Zögling die Regeln und Vorschriften der Moral, die herrrlichen, trostvvllcu Aus» spräche der Religion herbeten kann, ob sie in sein Her; eingednmgen sind, ob er sie fühlen gelernt hat, ob irgend ein heiliger Entschluß durch den Unterricht in ihm zum Kei» men gebracht worden ist: das kümmert den Lehrer nur höchst selten, und wenn es auch sein Wille ist, diesen Ent» zweck zu erreichen, so wird er doch nur in wenigen Fallen so glücklich seyn, weil er selbst nur mit dem Verständenicht mit dem Herzen zu seinen Zöglingen spricht *). . So traurig es um die subjektive' geistige Bildung des Menschen meistens noch anssieht, so wenig geschieht auch für die subjektive körperliche. In dieser Rücksicht hatte die griechische Erziehung einen großen Vorzug vor der unsem. Von der frühesten Jugend an suchte man die Anlagen des Körpers durch die mannigfaltigsten Ucbungen in denGym» nasicn anszubildm, die Intensität der Kräfte zu vermehrcn, und die Glieder geschmeidig und zur leichten'und schnellen Ausführung aller Dnvegungcn geschickt zu wachem *) Es ist wohl rmnöthig zu erinnern, daß ich hier nur im Allgemeinen spreche. Es giebt und das nicht s» ganz selten, rühmliche Ausnahmen1 aber das Bessere ist nur «och .nicht zur Regel geworden, und bicß muß «S, wen« :; , man sich Wirkung davon versprechen will.

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