Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 8)
- Language
- German
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Was hier insbefondecc von der Dichtkunst gesagt wird, Kilt überhaupt von allem, was zur Ausbildung des asihe. tischen Gefühls dient. Worin liegt das, was man bei dem Pöbel, wozu gewiß nicht bloß der Arme gehört, Roh» heil nennt, worin liegt es anders als in dem Mangel die« ser Ausbildung? Wie kann da irgend ein edlerer Gedanke , austeimen, wo kein Sinn für Harmonie, für Schönheit, kurz für Natur zu finden ist, wo sich alles nur um selbst» süchtiges Interesse, um egoistische Zwecke drehet? Das Studium des Schönen ist aufs innigste mit der Tugend verwandt, und ich glaube dreist behaupten zu können, wer wahres Gefühl dafür hat, der muß auch Liebe und Eifer für das Sittlichgure empfinden. Die innere Harmonie» welche dadierch in seiner Seele hervor gebracht wird, leidet auch keine sittlichen Dissonanzen. Aber diesen höher» Zweck der Aesihetik hat man noch zu wenig in unfern Erziehungs« und Unterrichtsinstitittcn eingeschen; man hat den Nutzen derselben fast nm für objektiv genommen und in ihr nur die Theorie gefunden, über Produkte der schönen Künste und Wissenschaften richtig zu urtheilen, sich das» was man Geschmack zu nennen pflegt, zu verschaffen, und, wenn Umstande und Anlagen es erlaubten, selbst nach dm Re» geln des Echpncn etwas zu arbeiten; kurz man hat sie fast nur als Cache des Verstandes, und selten zugleich als Sache des Gefühls betrachtet, was sie doch eigentlich seya sollte- Man hat die Göttin zu einer Sterblichen rryiedrigh »md statt mit dW Feuer der Andacht ihrem Tempelzuna», hcn,ihrWestn in kalte Begriffe aufzulösen versucht, welche Gefühl und Herz leer ließe», weil sie nur zu dem Vcr« stände fprachm. Nicht