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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 2 H. (8.1806) · p. Seite 175

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 2 H. (8.1806)
Article
Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
Date
1806-01-01
Page
Seite 175 (sequence 11)
Language
German
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befürchtend , das Gebäude dadurch zu erhalten wähnen, wenn sie , die kleinste Cercmonie als wesentlich betrachtend, nicht weichen und wanken von dem Absurdest e n, worin sie von Rabbmen aufgemuntert *), ihr zeitiges und ewiges Heil suchen, und wodurch sie sich ihr Le-- den, das ihnen-zum Genuß vom Schöpfer gegeben ist, auf eine unverantwortliche Art verbittern. Und von der -andern Seite giebt es entweder Gotteslästerer, die das Joch der Religion, welche ein Zaun um das Laster ist, dem sie gerne fröhnen, unüberlegt abschütttlten, weil es ihnm lästig wurde,, und die jedes religiöse Gefühl verspotten. 5-.-- N 2 Un- Ich verweise bei dieser Gelegenheit so manchen unserer Herren Rabbincn auf folgende Stelle in dem Buche: (Ucber die moralischen Pflichten: von dem Rabbi Bachai,, der unter dem Namen iDv? sder Frommes bekannt ist.) Dieser weise, fromme und gelehrte Rabbi läßt nämlich in der Vorrede zum gedachten Buche, einen Gelehrten, den man über ein gewisses Ceremoniatgefetz eine Frage vorlegte, folgende Antwort crtheilen: „Ich wundere mich, sagte er zu dem Fragenden', wie du dich mit Gegenständen beschäftigen kannst, die auf deine Sittlichkeit keinen besonder« .7 Einfluß haben. Wie? bist du denn schon von den wesentlichen Tugenden hinlänglich unterrichtet? Weißt du schon alles, Lessen Verabsäumung ober Dernachläßigung < unverzeihlich ist, daß du dich mit unwesentlichen Dingen beschäftigst , die dir weder, in deiner Religion wahren Nutzen verschaffen, noch dein sittliches Gefühl veredlen und vervollkommnen können? -u. s. w." Möge doch diese Stelle des ehrwürdigen B a ch a i. von vielen unserer Volkslehrer beherzigt werden! So mancher Rabbi würde dann statt am Unwesentlichen zu kleben, vernünftigere Grundsätze verbreiten und dadurch das unter den deutschen Juden gesunkene religiöse Gefühl emporhebe» und veredlen können. Wie ungemein viel Gutes ließe ^-.-H--sich''dan»''Kbcrhavpt zum Wohl der Jude«bewirken!—--

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