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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 2 H. (8.1806) · p. Seite 174

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 2 H. (8.1806)
Article
Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
Date
1806-01-01
Page
Seite 174 (sequence 10)
Language
German
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Herz der meisten Israeliten verschlossen dem Ruft des edler», moralischen Gefühls, bis endlich ihre Misscthat selbst an ihnen sich rächte, und die Ueberreste von der Hand kanibalischcr Krieger zerstreut, an schweren Fesseln, zumHohngelächtcr ihrer Feinde, als Sklaven in entfernte Gegenden geführt wurden. Co verlor ein gepriesenes Volk seine Selbstständigkeit, so mußte das Reich Israels sinken, und seine politische Existenz aufgeben, weil das religiöse Gefühl von Irreligiösen bei dem Volke unterdrückt wurde, und Neppigkcit und Wohlleben bcy demselben mehr galt, als «in moralischer Lebenswandel, der allein das Glück der-Men» schen befördert und immerfort erhalt. — Doch wohin führt mich meine rege Phantasie? Eine Hochzeitsfeier will ich schildern, und stimme den Ton einer Iercmiade an? Verzeihet gute Glaubensgenossen! daß ich von einem mächtigen Gefühle überwältigt, diese Skizze ehemaligen langst entschwundenen Glücks unserer Vorfahren, euch hier mittheile. Mein Herz übcrstro'mt ftdesmal, wenn mich der Gedanke ergreift, baß unsere Vorfahren in einer gewissen Zeit sowohl in Palästina, als auch späterhin, dem jedesmaligen Zeitgeiste angemessen, weit ordentlicher und anständiger lebten, als so viele jetzige Juden, die nicht einmal das rechte Verhaltniß der Israeliten in Palästina kcnnen, und keine Parallele zwischen den ehemaligen und jetzigen Judm zu ziehen im Stande sind. Wahrlich! höchst traurig ist der Zustand der heutigen Juden. Das religiöse Gefühl ist bei vielen gesunken und zu früh mir ihm der Gemeinsinn, das Gefühl fürs Rechte, fürs Bessere! — Von der einen Seite gicbt es eine Menge Eiferer, die das Sinken der Religion, Md, wie die Erfahrung lehrte mit ihm das der Moralität - bt*

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