Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Gallerie schädlicher Mißbräuche, unanständiger Convenienzen und absurder Ceremonien unter den Juden
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856468-2314077--00218-2314378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
unseres Erzvaters I a c o b mit seiner scharmanten R a h e f, unserer weiland Urgroßmama. An einem Brunnen ihre Heerde tränkend, fand eines Tages der fromme Jacob die liebenswürdige, blühende Rahcl. Gleich beim ersten Blicke gefiel dem sanftfühlenden Freunde des Schönen die nicdli. che Schäferin, die sein Herz mit fußen Empfindungen lebhaft erfüllte. Ohne weitere Komplimente, näherte er sich daher dem schönen Mädchen, und ein herzliches Küßen wurde bald der Dollmctschcr der gegenseitigen innigsten Zärtlichkeit und Liebe. Man unterredete sich mit einander, lernte sich naher kennen, und — Rahe! wurde die Gattin Jacobs, gebar ihm zwei Lieblingssöhne, von welchen sich besonders der bekannte keusche Joseph rühmlichsi hcrvorthat, und ein Muster anfstcllte, das, weil es einzig ist, überall verehrt wird, und seit jener Zeit wohl schwerlich dürfte nachgeahmt worden ftyn. — Auch unser weiser Gesetzgeber Moses hcurathete ungefähr auf eben dieselbe Weise. Zufällig kam er eines Tages an einem Orte an, wo einige junge Mädchen ihre Heerde zu tränken im Begriff waren, aber von zanksüchtigen Hirten daran verhindert wurden. Moses suchte die Hirten zu bewegen, daß sie den Mädchen gestatteten, ihre Heerde zu tränken. Die Letztem voller Dankbarkeit wegen dieser Freundschaftsbezeigung zogen heim nach Midian zu ihrem Vater, dem Priester Jcthro, und erzählten ihm den Vorfall mit dem galanten Moses, der ihnen gefiel. Der Vater, ein vrrnünstiger Mann, befahl den Töchtern, den Fremden in seine Wohnung rinzuladcn.. Diese säumten nicht dm Befehl ihres Vaters aufs pünktlichste zu vollziehen. Moses kam, fand eine gute Aufnahme in des Priesters Hause; ‘ 3i-