Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Worin lag die vorzügliche Kultur der Griechen?
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 21)
- Language
- German
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tönen, Schauspieldichter ihre Stücke aufführen, Athleten (41) gabm Proben ihrer körperlichen Stärke und Gewandheit, andere fuhren mit schnellen Rossen «ach dem Ziele. Die Belohnung des Siegers war ein Kranz von Lorbeer¬ oder Oelzweigen; aber man kämpfte auch nicht um Lohn» Ehre, Ruhm war das Ziel, wonach der Hellene strebte und dieser ward dem Sieger im reichlichsten Maaße zu Theil. Seine Mitbürger führten ihn im Triumph in seine Vaterstadt ein und rissen die Mauern vor ihm nieder. Der Glanz seines Ruhms überstralte auch sie; denn ganz Hellas blickte mit Bewunderung auf diejenige Stadt herab, deren Bürger oft den Sieg in den heiligen Spielen erkämpften. , Aber auch für die Philosophie, dieser so abstrakten Wissenschaft, hatten die Griechen einen allgemeinen Sinn, den man bei uns vergebens sucht. Dieser so wie ihr ästhetisches Gefühl ist der deutlichste Beweis ihres hoher» Geistes, ihres Interesse für die dem Menschen so wichtigen Fragen über Gottheit, Welt und Unsterblichkeit. Wie gedrängt voll von Menschen aller Klassen, von armen und reichen, von vornehmen und geringen waren die Horsäle der Philosophen; mit welchem Anthei! horte man ihren Vortragen zu und welche große Wirkungen äußerten diese nicht oft aufdie Stmücher. Polemo, ein athenischer Jüngling von vornehmen Stande, aber der ausschweifendste Wollüstling, besuchte einst, noch voll vom Rausche eines üppigen Schntauses, den Horsaal des Xenokrates, eines durch d ie (41) Athleten. So hießen überhaupt dir Kampfer, welche bei den heilige» Spielen vor dem versammelte« Griechenland auftraten..