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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 2 H. (8.1806) · p. Seite 146

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 2 H. (8.1806)
Article
Worin lag die vorzügliche Kultur der Griechen?
Date
1806-01-01
Page
Seite 146 (sequence 22)
Language
German
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146 die Streng: seiner Sitten und seiner moralischen Vorträge berühmten Philosophen. Seine Absicht WM nicht, zuhörcu, sondern des Thoren j» spotten, der die Strenge der Tu-' gend den Genüssen der Wollust vorznzichcn sich erkühnte. Mir frecher Stirn trat er gerade vor de» Philosophen hin, Loch dieser ließ sich in seinem Vortrage nicht irre machen, und sprach mit so viel Enthusiasmus, mit solcher Warme von der Liebenswürdigkeit der Tugend, von der Abscheulichkeit des Lasters, daß Polemons Rausch bald verflog. Das spöttische Lächeln ward zur ernste» Miene, bald brachen Thrancn aus den Augen > die nur den Blick der Freude kannten; er blieb die ganze Vorlesung da, bat den edlen Mann um Verzeihung rrnd um Erlaubniß sein Schüler z» werden, und ward von der Zeit an der edelste seiner Zöglinge, der innigste Verehrer der Tugend, und nach Tenokratcs Tode selbst einer der berühmtesten Lehrer aus der Schule des Plato. Es ist dieß ein einzelnes Beispiel, aber wie mich dünkt, beweist es viel für den Sinn der Griechen für Tugend und Religion. Gewiß würden wir noch ganz andere Resultate haben entstehen sehen, wäre die höchste Blüte ihrer Knltur nur einige Jahrhunderte früher, oder der politische Verfall der Nation um diesen Zeitraum später gefallen: Zuvcrläßig wäre es dann der Bemühung der Philosophen gelungen, den Geist der Hierarchie, und de- Polytheismus zu stürzen und die reine Natnrreligion auf den Thron zu erheben. Edles Volk, gewiß du verdientest ein besseres Schicksal, als das, welches dir das Verhängn!ß bereitete. Vielleicht, wenn die Fesseln des Despotismus zerbrochen sind, der dich jetzt niederbengt, erwachst du noch einmal aus deinem lethargischen Schlummer und stellst der , Welt

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