Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Worin lag die vorzügliche Kultur der Griechen?
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 20)
- Language
- German
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T44 Kricgeslieder des (z») Tyrtäus, die er zum Accompagncmene der Flöte sang, befeuerten den Much der Spartaner so, daß sie die Schlacht gegen die Mesienier gewannen, von denen sie so oft geschlagen worden waren. Pythagoras rühmte sich, durch die Musik jede Leidenschaft erregen und unterdrücken zu können. Eine Musik, wie die damalige noch war, konnte unmöglich so große Wirkungen hcrvorbringen, ohne ein tiefes musikalisches Gefühl bei dem Zuhörer voraus zu setzen. Aber nichts bewies mehr den Geschmack der Griechen an Musik und Dichtkunst, als die feierlichen Spiele zu denen ganz Griechenland sich versammelte, um die miteinander um den Preis kämpfenden Dichter und Musiker zu Horm und das Urthcil über sie zu fallen. Diese Institute waren in der Thal einzig in ihrer Art. Jedes Talent konnte sich hier producircn und den herrlichsten Triumph erwarten, wenn es den feinen Geschmack der Versammlung befriedigte. Redner und Geschichtschreiber lasen hier ihre rednerischen und historischen Aufsätze ab, Dichter sangen ihre Lieder, Cilharistrn und Flötenspieler ließm ihre Harmonien ertönen Tyrtäus, weil sie die laeedämonier lieber überwunden als siegen gcftdn hatten. Aber sie wurden getäuscht. Des Tyrcäus kriegerische Melodien führten die laccdämo- - vier zum Siege. C*°) Pythagoras, einer der berühmteste» und ältesten griechischen Philosophen, lebte um §40 vor Chr. G. war aus der Insel Samos gebürtig, und lebte meistens in Unteritalim, wo er eine Art von philosophischen Orden, die pythagoreische Gesellschaft stiftete. Er zündete mit zurrst das wahre licht der Philosophie an. -