Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Worin lag die vorzügliche Kultur der Griechen?
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 16)
- Language
- German
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rer selbst herabqesprochen zu seyn schien. Seine Dichecrsprache paßre nicht mehr für entwöhnte Ohren, für Herzen, die im Rausche der Leidenschaften, im Getümmel des Luxus schon auf dem Punkt standen, den bessern edlem Geist ganz hinzugeben. Zu spat war es selbst, daß sein Schüler (z Artisioteles die Sprache der Vernunft mit t>m Tönen der Dichtkunst vertauschte. Seine tiefsinnigen Schlüsse glitten, nur von wenigen vernommen, vor ihnen vorüber, und seine Nachfolger, so wie die des Plato, verdarben bald nachher die herrlichen Grundlagen ganz, auf welchen sie das schönste Gebäude harten aufführen können. Vergebens lehrte Diogenes Os) die Strenge der Sitten durch X* *a) Aristoteles, aus Stagira, einer Stadt in Thra- * cicn (dem heutigen Rum-Jli) gebürtig, lebte von 384 bis 321 vor Chr. G., war der größte unter den Schülern des Plato, ein außerordentlich scharfsinniger Denker, Lehrer des, berühmten Aterander des Großen und Stifter einer eigenen Philosophischen Schute, der Peripatetischen , wie sie genannt wurde, weil er im Gehen Zu lehren pflegte. Seine Philosophie fand im Mittelalter den meisten Beifall, ward aber durch die Spitzfindigkeit der Scholastiker aufs schändlichste entstellt und gemißbraucht. Aus ihm haben mehrere Philosophen jüdischer Religion des Mittlern Alters vieles geschöpft. <35) Diogenes, aus Sinope, einer Stadt am schwarzen Meere gebürtig, studirte die Philosophie in Athen unter Anristdcnes und zeichnete sich durch die außerordentliche Strenge seiner Moral, durch die große Kunst, gar keine Bedürfnisse zu haben, und durch die Schärfe , und Bitterkeit seiner Satyre, womit er die Tborheitey und Laster seiner Zeitgenossen geiffelte , vor allen andern aus. Einst ging er am Hellen Mittgge. in Athen mit einer Laterne umher, und schien etwas zn suchen. Was suchst du? fragte idn jemand. M e nschen, war die eben so bittere als treffende Antwort» Er war ein Zeitgenosse des Aristoteles. „