Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Worin lag die vorzügliche Kultur der Griechen?
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856468-2314074--00184-2314349- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-—- LZ9 lehrte er, der beste der Sterblichen, und seine liebliche Rede lockte Schaaren von Zuhörer» um ihn her, in denen der Seist des Bessern aus seinem Schlummer erwachte, und wo er sprach, da schwiegen, die Leidenschaften^ der Zürnende reichte reuevoll dem Beleidigten die Hand, dem Ausschweifendeir sank der Becher der Wollust aus der Rechten, und alle fühlten, daß es nur Ein Glück für den Sterblichen gebe, das Glück der Tugend, und nur Ein Mittel, es zu erreichen, Rechtheit, unbestechliche Rechtheit in allen Verhältnissen des LebenS. Aber der Neid feiner Feinde, besonders der Haß der Priester, die die Altäre ihrer Götter zertrümmert, ihre Einkünfte, die sic aus dem Aberglauben des Volks zogen, vernichtet zu sehen fürchteten, gab ihm den Giftbecher in die Hand. Er starb,, groß im Lode, wie im Leben, Leiter und ruhig im Dcwußrscyn des bessern Daseyns. Zu spät fühlten seine Mitbürger die Reue über ihre Thak; vergebens setzten sie nun dem Gemordeten marmorne Chrensaulen; er kehrte nie wieder! Aber das Licht der Philosophie war nun einmal entzündet. Der Genius des großen Lehrers glühctt fort in seinem Schüler, dem erhabmen Plato (??), der» ein höheres Wesen, aus den Regionen der Unsterblichen auf die Erde gestiegen zu seyn schien. Wer feine Rede war für seine Zeitgenossen zu erhaben; nur wenige verstanden, was von den höher» Wohnsitzen det Göt- <;,) Plato, dieser grösste und würdigste Schüler des Socrares, war em Athenienscr, lebte von 4»S bis 346 , vor Ehr. G., und stiftete eine eigene philosophische Schu- . le, die nach ihm die Platonische » auch von dem Darren worw er zu lehre» pflegte, dieAcabeinie-irß. -