Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Worin lag die vorzügliche Kultur der Griechen?
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 14)
- Language
- German
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*3« sie schon standen. Dennoch konnte der Geist der ächten Humanität nicht ganz in ihrer Brust vertilgt werden. Der einmal angezündete ätherische Funke glühete fort, und warf von Zeit zu Zeit blitzende Strahlen, und aus ihm gieng hervor seine Erstgeborne, die Poesie, noch immer voll des göttlichen Geistes, und des Gefühls für die Tugend und der Ahndung der Unsterblichkeit und des Glaubens an eine alles schauende, alles vergeltende Gottheit; ihr folgte die Kunst, die die tief empfundenen Ideale des Schönen , des Edcln, des Großen dem körperlichen Auge sichtbar darsiellrc, und das Leben anmuthigcr, d. h. wahrer machte, und so den Sinn für das Himmlischere mitten unter den Zerstreuungen des Irdischen erhielt. Endlich, stieg sic hernieder, die Tochter der Gottheit, die Philosophie, von Cocrates (;-) aus den Wohnungen der Unsterblichen auf die Erde herabgeführt, und die Weiseren, d. h. die Bessern im Volke lauschten ihrer bezaubernden Rede, und erkannten deutlicher das Göttliche der Tugend, und daß nur Ein Wesen das Weltall beherrsche und regiere, und daß sie nicht Traume sind, die höher» Ideen des Schönen und Guten, und daß der Geist des Menschen nicht vergehe, sondem in den Schooß der Gottheit zurüchkehrc, aus dem er hervorgieng, und daß ein höheres Leben seiner harre, wo er naher dem Gipfel der Vollkommenheit steige. Co . - lehrte . (u) Sokrates, ein Sohn eines'Bildhauers, anfangs selbst ein Zögling dieser Kunst; dann legte er sich auf die Philosophie und ward ihr berühmtester und würdig- : strr Lehrer. So edel, so menschenfreundlich wie er, war kein Sterblicher. Er lebte um 400 vor.Cbr. G. Seine Diographie findet man in Möses Mendelssohns PHLdo».