Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Worin lag die vorzügliche Kultur der Griechen?
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 13)
- Language
- German
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Still und traurig senkt ein Genius (--) ' Seine Fackel. Schöne lichte Bilder , \ Scherzten auch um die Nothwendigkrit, Und das ernste Schicksal blickte milder Durch den Schleier sanfter Menschlichkeit." Welch' ein herrliches Geschlecht von Menschm konnte aus einem Volke werden, das in seinem Kindesaller si» fühlte, wenn die erwachte Vernunft das Wahre seiner frühesten Ideen von dem Falschen gesondert hatte, wenn, es . gelangt wäre zu der Kenntniß, zu dem Gefühle des einzigen, ewigen, alles durchdringenden, alles erfüllenden Urwesens; wenn es erkannt hatte die hohen, gehcimnißvollcn Kräfte, durch welche die großen Wunder in der Natur ge» wirkt werden. Verschwinden mußten dann vor dem Lichte der wahren Philosophie und Naturkenntniß alle jene Phantasiegebilde von Göttern und Göttinnen, und nur die wahre ewige Idee eines einzigen Gottes, eines Vaters, eines Descligers der Menschen wäre glühend in ihrer Brust geblieben, und hätte sie hingcführt auf der geraden Bahn dev Tugend und der Religion zur höchsten Vollendung. Aber die Götter waren neidisch, daß Sterbliche ihnen gleichen sollten. Diese Erde ist nicht für das Vollkommenste ge, schaffen, und so blieben auch sie nur—schwache Sterbliche. Leidenschaften, Annahme fremder Verbildung, Entstehung eines besonder« Priesierstandrs, der sein Interesse dabei fand, das Volk im Jrrwahne zu erhalten, hinderten sie, ' dm erhabenen Gipfel ganz zu erklimmen, an dessen Fuß? ,V . \ 'sie (s») Kein Volk stellte den Tod so lieblich vor als die Hellenen. Er war ein holder Genius, der die Fackel de« tebens «mstürzte, daß sie erlösche« maßt«. -