Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 6)
- Language
- German
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rfen in dcm großen Buche der Schicksale auszufällen, und den Menschen mit der Gottheit auszusöhnen. — Hat nun die Religion ihre Rechtfertigung in dem Verstände des Menschen gefunden, ist es ihr gelungen, mir demselben über die Begründung der menschlichen Glückseligkeit im Einversiande zu seyn, sind alle Zweifel gelost und ist das Mistraue» verscheucht, siehet eö der Mensch endlich ein, daß die Fordernisse der Religion mit seinem zeitigen und ewigen Heile homogen sind: so ist es alsdann nicht mehr schwer, die Natur und das Wesen der drcyfachcn Verhältnisse, in denen der Mensch mit sich selbst, mit seinen vernünftigen Mitgescköpfen und mit dem höchsten Wesen als Schöpfer und Erhalter aller Dinge siehet, deutlich zu erkennen. Wie wichtig ist es aber für den Menschen, sich hierüber zu belehren, seine Begriffe hierin zu beleuchten und seine Einsichten hiervon so viel als möglich zu berichtigen. Von der Erkenntniß dieser Verhältnisse hangt einzig und allein die wahre Richtung unseres vernünftigen Denkens ab; die treue Erfüllung derselben ist der einzige Maßstab unserer Handlungsart, der einzige Endzweck unseres Daftyns, die wirkliche Begründung unserer Pflichten, dit Befestigung unserer Ruhe, die Sicherung unseres Trostes, unser wahres Glück in diesem und jenem Leben. Schon unsere Vernunft erkennet eine Naturzweckmäßigkeit. Die unzähligen uns umgebenden Wesen, welche bey ihrer Mannigfaltigkeit dennoch nach Einem Ziele hinstreben; die Ordnung und die Harmonie, welche' sowohl im Ganzen, als in den Theilen des Weltalls so sichtbarlich .dargesiellt sind, dieses Zusammentreffen der verschiedensten Ursachen, diese Vereinigung so vieler Kräfte, dieser Zusam« . - men«