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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 2 H. (8.1806) · p. Seite 121

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 2 H. (8.1806)
Article
Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
Date
1806-01-01
Page
Seite 121 (sequence 5)
Language
German
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121 gleich die Macht der Sinnlichkeit noch so groß, reißen oft Einbildungskraft, Eigennutz, Ehrsucht noch so stark und anziehend hin: so wird doch IedeS derselben seinen Werth behaupten, Iedes in einer veredelten Gestalt erscheinen, sobald alles mix der lebendigste« Kraft zu diesem Einen Ziele hinstrebt, Alles in sieter Regsamkeit für diesen Einzigen Schatz mitwirkt. Die Widersprüche iin Menschen hören auf das zu seyn, was sie im ersten Anblicke zu seyn scheinen, alle Kontraste schwinden, weil sie hier wieder zusammentrcffen und i« diesem Dercinigungspunktt ihr letztes und höchstes Ziel erreichen. — Hier fand die Natur vor dem Richtcrsiuhle der Vernunft ihre Rechtfertigung, hier wird die Religio« vor dein Richterstuhle der Wahrheit ihreVcrtheidigung sin-, den. Das Wahre und Gute trägt den Charakter des Schönen an sich; zerstreute Unvollkommenheiten vereinigen sich zu einem schönen Ganzen und verleihen ihm eine lachmde Ansicht, die den moralischen Sinn ergötzt. Diese Wahrheitz die uns so oft mit der Natur aussöhnt, so viele physische Unordnungen in den harmonischen Einklang der Schöpfung jurückführt; diese Wahrheit kann und muß auch die Religion, trotz der vielen Einseitigkeiten, die mancher in ihr zu entdecken glaubt» zur sichem Schutzwehr dienm, ihre innere Würde und ihre Heiligkeit, begründen. — Die Religion ist gleichsam die Depositor,» der menschlichen Rechte;, der Verstand kann sie oft zur Rechenschaft ziehen und sich von ihr über die. Irrungen im menschliche« Leben» welche seiner Kurzsichtigkeit unauflöslich scheinertz zu Rechte weisen lassen. Und gewiß, sie weiß diese Irrungen alle zu berichtigen, diese Fehler zu verbessem, die Lü-

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