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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 2 H. (8.1806) · p. Seite 120

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 2 H. (8.1806)
Article
Über das Wesen, den Charakter und die Nothwendigkeit der Religion
Date
1806-01-01
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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120 weil dieses Sittengcsetz jederzeit die Oberhand behalt; alle übrigen Naturkrafte verlieren ihre Gewalt und unterliegen der hohem Macht der vernünftigen Gesetzgebung. Das Dervußtseyn der moralischen Natur wird im -Widerstande, im Kampfe mit der physischen Nothwendigkeit nur noch mehr erhalren, noch mehr befestigt; da cs von einem inneren Vergnügen stets begleitet wird, da den Sieger der süßeste Lohn erwartet, da er den reichlichsten Ersatz für jede Aufopferung in sich findet: das Selbstgefühl seiner menschlichen Würde. — Wir würden aber auch die Heiligkeit der Religion weniger erkennen, wenn ihr dicß Merkmal göttlicher Prädikate mangelte; wir würden sie als eine eigenmächtige Dehcrrschcrin verachten und jedes von ihr vorgeschricbene Gesetz, als ein willkührliches Pcinignngsmittcl betrachtend,mit Füßen treten, wenn auf ihrem Gebiete nicht dicß Eine beseligende Gebot vorhanden wäre, dessen edler Zweck für Menschcnwohl und Menschenbcglückung so deutlich, so unverkennbar hervorlcuchtett. So wie in Ansehung des Glaubens Gott und dessen Einfluß auf das Wohl und Wehe der Menschen die Principien der Religion sind und sein Wille der Maß» stab aller Gesinnungen und Handlungen ist': eben so ist der Mensch und die Veredlung desselben ihr erstes Motiv, ihr höchstes Gut. „Liebe deinen Gott von ganzem Herzen und ganzer Seele!" so lautet der erste göttliche Ruf; der zweite: „Liebe deinen Nächsten w i r dich se l b st!" Alle menschliche Handlungen sollen zu diesem Einen Zweck, dem großen Princixium der Menschheit wirken. Liegen auch in der menschlichen Natur mehrerd Triebe, die von verschiedenen Seiten aufgeregt werden ," ist

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