Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Aus Briefen an H. N.., ehmals Mitarbeiter am philantropischen Institut
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856468-2314072--00146-2314314- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
204 Tn allm Dingfid auf den Entschluß zu fepn, und nicht bloß zu scheinen.... Wir haben, wie Sic wisst», im philanthropischen Institut sogar gymnastische Leibesübungen Erziehend gestimmt, Erziehend gemacht, bloß durch den Namen, den wir ihnen gaben, jeder einzelnen Ucbung, jedem Spiele einen eigenen aufweckendcn, ausheiternden Namen. Warum sollte man das nicht auch thnn können bei gymnastischen Geistcsübungcn... ein Wort, das selber schon erziehend wirkt, wo es recht verstanden und recht angewandt ist. Ich weiß zwar sehr wohl, daß kaum ctivas zu erdenken ist, was noch weniger Amheil hat an Erziehung als., direkte Lehren und Vorschriften. Aber» von solchen Vorschriften ist hier auch gar nicht die Rede. Der Erziehende Unterricht gilt und macht sich geltend Durch die Methode der Belehrung, durch das Benehmen des Lehrers. Schon der feste Vorsatz des achten Pädagogen: — das tiefere Erwachen, die Selbsientfaltung der Vernunft in seinen Zöglingen auf keine Weise zu hemmen, sondern überall zu begünstigen — wird seinen Unterricht Erziehend stimmen. < „Die Seele must nicht blos erleuchtet: die Seele muß Selbstleuchtend werden!" Schon durch diesen einzigen recht gedachten Gedanken wird der ächte Pädagog sinnreich, erfinderisch in Mitteln und Wegen: Alle Uebungen, Alle Spiele eben so Erziehend als interessant zu machen. ' ' Je feiner er denkt und fühlt, desto klarer, desto mächtiger spricht in ihm dir Pflicht: „nach seiner besten;; ’; . > , ■ . ge-