Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 1 H. (7.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 8)
- Language
- German
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Schauer; eine Madonna » ein Lcrokoon setzen ihn in Begeisterung; er hat Gefühl für Dichtkunst und Musik, wenn er auch nicht selbst Dichter und Tonkünstlcr ist. Klopstocks, Schillers, Ossians Gesänge lassen in ihm jede Empfindung aufs lebhafteste wicdcrtönen, die sic ansdrücken. Kurz, jedes Schöne, Große» Erhabene und Edle, unter welcher Form es sich auch darstelle, erregt seinen Enthusiasmus, und weckt in ihm Gefühle, die zu beschreiben jede Sprache zu arm ist, und derer Verlust kein Königreich, keine Schätze der Erde ihm ersetzen könnten. So nicht der gemeine und schlechtc Mensch. Er hat für nichts Siün, als was geradezu auf seinen Vortheil oder Schaden Bezug hat. Gelderwerb, sinnlicher Genuß ist sein höchstes Ziel. Alles an» bere, was nicht darauf abzwcckt, verachtet er als unnütz. Für ihn bereitet dir Natur in dem Aufgang und Untergang der Sonne umsonst daS schönste und erhabenste Schauspiel; für ihn leuchten nicht jene zahllosen Welten, die ans unermeßlichen Formen in heitern Nächten ihre Strahlen zur Erde senden; die rührendsten Schi!״ derungcn des Dichters sind ihm ein Unverstandliches Geschwätz.. Er verlacht die Empfindungen der Großmuth und des Mitleids; Aufopfemngen für Recht und Tugend erregen nur seinen Spott; ein Kunstwerk hat für ihn nur Werth, weil cs theuer LezahItMrd. Nie vermag er die Idee einer Gottheit und der Unsterblichkeit der Seele