Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 1 H. (7.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 3)
- Language
- German
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gi:f!t daher eine Bildung zum Mensche«, und eine Dildüng zum Bürger; aber beide sind nicht von einander isolirt, soirdcrn vielmehr aufs genaueste verbunden; eine kann ohne die andere nicht bestehen, jede greift wechselseitig in das Getriebe der andern, und die Dcrnachlaßigung der einen ist für die andere von den schädlichsten Folgen. Fin-' der ja in Ansehung der inner» Norhwcndigkeit und Wich, tiglcit ein Unterschied zwischen beiden Statt, so ist die Erziehnng zum Mensche» die erste, die Erziehung znm Bürgcr die zweite dein Range nach. Denn jener bedarf auch der, der sich Vornahme, sein Leben in der Einsamkeit, abgeschieden von der ganzen übrigen Welt, zu vollbringen: diese zeigt ihren Nutzen hauptsächlich nur im gcsellschaftlichen Leben. Die Bildung, welche dir erste gewährt, folgt rms auch jenseits des Grabes in ein neues Dascyn nach; das, was wir durch die zweite erlangen, paßt nur für unscrc jetzigen Umgebungen. Jene ist eine Unsterbliche, diese nur für die Erde geschaffen. Um uns das Ideal einer vollkommenen Erzichlmg in ' der angeführten doppelten Hinsicht recht deutlich zu denken, wollen wir die Frage beantworten:Wasfolldcr Mensch als Mensch, was soll er als Bürger feyn? Der Mensch ist ein Geist, eingcschkossen i» einem orga; «ischen Körper, welcher ihm als Bedingung seiner Erkenntviß von den Außendingcn und seines Wirkens auf dieselben Zugegeben ist. Die Erziehung zum Menschen hat also znm Zweck, alle in uns vorhandene Anlagen des Geistes und Körpers nach dem möglichsten Grade der Vollkommenheit Zu entwickeln,, so daß wir im Staude sind, in allen vor- . kom-