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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 1 H. (7.1806) · p. Seite 6

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 1 H. (7.1806)
Article
Inhalt, Zweck und Titel dieser Zeitschrift
Date
1806-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 um Lei ihr nerw Kräfte, neuen Much zu sammeln, damit sie noch grausamere Schicksale, die sich über ihr Haupt mit zerschmetterndem Gewichte zusammen häuften, standhaft besiegen konmen. — Doch wozu diese traurigen Bilder der Vorzeit? Der edle Mensch blickt verachtend hinweg von den schauderhaften Cccncn, wenn erfreuliche Gegenstände seine Blicke reizen. — Bescheiden werfen wir einen Schleier über diese grauliche Vergangenheit; mit Freuden überschlagen wir das Blatt in. dem Denkbuche unserer unglücklichen Vater, um unser Gemüth nicht wieder hcrabzustimmen, da es von neuern -bessern Scencn zur freudigsten Hoffnung emporaehobm wird. Ein neuer Abschnitt hebt an in der Geschichte der Juden, der frohere Begebenheiten zu erzählen beginnt, und mit jedem Forrrückcn immer heiterer, immer anmuthiger wird. Das Gesetz der Billigkeit beherrscht die Gemächer aller Nationen; die traurige Scheidewand, welche die Herzen der Menschen Jahrtausende lang getrennt hatte, ist nun durch den Geist der Duldung hinweggerissen. Menschheit ist das Losungswort, daS von jedem Mund ertönt, und die Herzen der Menschen naher an einander bringt. — Auch auf die jüdische Nation hat diese Veränderung einen sehr wohlrhätigen Einfluß. Man fängt an, auch für den Juden Sinn und Mitgefühl zu haben, wohl einschend, welches Unrecht ihm geschah, da ihn die Dorwelt an dem GemeiNguie der Menschheit keinen Theil nehmen ließ; welches doppelte Unrecht ihm widerfnhr, indem man ihm zugleich die Mittel raubte, wodurch er jenes Gemeingutes hätte theilhafti'g werden können. --- Dank der göttlichen Vorsicht! die Zeiten sind vorüber, wo die Begriffe Jude und Mensch für heterogene Be-

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