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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 371

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Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
Einige Worte und Bemerkungen, in Betreff der neuesten Verhandlungen in der sächsischen zweiten Kammer über die Verhältnisse der Juden im Königreiche Sachsen
Date
1834-01-01
Page
Seite 371 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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371 die einzelnen Innungen nicht so schlechterdings beizubebalten entschlossen sei," und nachdem der Herr Abgeordnete Jani dafür gestimmt und auf eine humane Weise über die Entstehung der „ Verstandesprapondercmz des Juden" gesprochen, welche man demselben durch die damaligen Verhältnisse aufgedrungen habe u. s. w.*) erklärte ein anderer Herr Deputirter geradezu, er *) Schon vor mehr als 50 Jahren schrieb der ehrwürdige David Frieden der (inseinen „Aktenstücken^ u. s. w.) Folgendes: „Von der Zujammemverfung aller Juden ist es gekommen, daß man ihnen gewisse Laster, Fehler und Unfähigkeiten.aufgebürdet hat, die sie entweder gegenwärtig gar nicht, oder doch nicht alle, haben, wenigstens nicht als Juden haben; und, was ich zu gestehen gar kein Bedenken-trage, man hat ihnen allen auch wieder Lugenden, Talente,und Eigenschaften zugeschrieben, die sie eben so wenig besitzen. Dieses. Gestandniß ist um so viel nothwendiger, da man auch in diesem Übermaaß. von gewissen Lugenden, Talenten und Eigenschaften einen Grund hat finden wollen, uns von den' allgemeinen Rechten auszuschließen; aus Besorgniß, wir möchten den andern Mitbürgern durch unsere allzugroße Fähigkeit schädlich werden. — Diese Besorgniß ist aber sehr übertrieben; und wenn die Erscheinung solcher Vorzüge in einem gewlssen Grade, hier und da, der Wahrheit gemäß sein sollte, so läßt sie sich (eicht erklären. Das Nachdenken, besonders wenn es mit Grübeln und Sorgen verbunden' ist, schwächt den menschlichen Körper, so wie es den Verstand scharst. Der Druck, in welchem eine kleinere Partei lebt, macht, daß die Mitglieder derselben sich fester an einander schließen. Durch Verfolgung und Elend wird das Herz weicher und gefühlvoller. Derjenige, der mit leichter Mühe öder durch glückliche Ereignisse Geld erwirbt, mit Einem Worte: der Kaufmann setzt auf dasselbe weniger Werth, giebt es leichter aus, und scheint wohltätiger zw sein. Das ist mehr und .weniger der Grund dieser Lugenden und Talente. In die große bürgerliche Gesellschaft ausgenommen, würde der Jude dümmer und stärker werden; die Einseitigkeit würde sich mit der übelverstandenen Wohlthatigkeit verlieren, und er ganz die Festigkeit, den Muth und die Krast seiner Nebenunterthanen erlangen; wie die Erfahrung dies auch schon bewähret hat." (In neuerer und neuester Zeit noch unendlich mehr, und es wird da immer besser werden, wo man die Juden nicht beschränkt und nicht verlangt, daß, widernatürlich, in einigen Jahrzehnden schon in Allem bei ihnen Allen eine völlsge Umwandlung wahrgenommen werde, nachdem

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