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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 370

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Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
Einige Worte und Bemerkungen, in Betreff der neuesten Verhandlungen in der sächsischen zweiten Kammer über die Verhältnisse der Juden im Königreiche Sachsen
Date
1834-01-01
Page
Seite 370 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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370 Ein Anderer ist der Meinung, — freilich etwa gegen die frühem dortigen jüdischen Verhältnisse betrachtet — '„die sächsischen Juden hätten Ursache, mit dem für sie Geschehenen zufrieden zu sein, wie ihnen selbst noch ein Hamburger Ober-Rabbiner im vorigen Jahre dargelegt habe, u. s. w." Der Prediger Here Dr. Salomon (welchersich übrigens nie Rabbiner nannte, noch, trotz seiner Fähigkeiten, jemals, wie wir glauben, ein Rabbiner oder gar ein Ober-Rabbiner sein wollte) ist wohl hier mißverstanden worden. Wahrscheinlich batte er die Dresdner Gemeinde damit beruhigen wollen, daß ihr Zustand, gegen früher betrachtet, sich bereits verbessert habe, welches sie in weiterem Vertrauen auf Gott und auf die K. S. Regierung dankbar anerkennen möchte. In diesem Sinne denken wir es uns wenigstens, da wir jene Predigt nicht kennen. Bei dem durch den Herrn Regierungs-Kommissar Dr. Günther dahin erörterten, dann angenommenen, dritten Punkt, „daß die Regierung die Repartition der Meisterzahl auf noch für die Dresdner Juden, aus deren Gesuch, ganz aufgehoben. Am spätesten erfolgte diese Abschaffung im Weimarischen, nämlich d. -9. Nov. 181t, in Folge einer Vorstellung des damaligen K. W. Konsistoriums der Israeliten zu Kassel und des Antrags der westfälischen Zwischenregierung. (In Erfurt mußte z. B. bis dahin jeder reisende Jude, welcher sich dort eine Nacht über aufhielt, bei fast unberechenbarer Geldstrafe, einen Dukaten Weimarischen Leibzoll entrichten.) Das oben erwähnte Buch enthält auch mehrere tatsächliche Dinge, welche Leiden nämlich damals, besonders die armen, geldlosen, reisenden Juden durch diese von Männern, die sich doch wohl noch obendrein gern „Bekenner der Religion der Liebe" nannten, früherhin'eingeführte schreckliche Plage und grausame Erhebungs- und Vollziehungsart hatten. Wir selbst dürften bald in einer besondern historischen Abhandlung über diese Art Gegenstände, zugleich unsere eigenen Erfahrungen und Erlebnisse darin mittheilend, das die Menschheit Entehrende dieser Leibzoll-Abgabe treu nach der Wahrheit schildern; und auch der Inhalt dieser Schilderung wird dann gewiß bei jedem gefühlvollen Menschen, wes Glaubens er sei, Schauder, nicht minder aber auch Gefühle des Dankes gegen Gott und die Fürsten und Völker erregen, welche diesen Leibzoll abgeschafft haben.

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