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Sulamith · 1834-01-01 · Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft · p. Seite 372

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Journal
Sulamith
Volume
Achter Jahrgang (1834-1843)
Issue
Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
Article
Einige Worte und Bemerkungen, in Betreff der neuesten Verhandlungen in der sächsischen zweiten Kammer über die Verhältnisse der Juden im Königreiche Sachsen
Date
1834-01-01
Page
Seite 372 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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372 könne nicht für das Deputationsgutachten stimmen, „da er (also wie einst der Harte Pharao in der Bibel) nicht wünsche, daß die jüdische Bevölkerung sich vermehre, und meinte, die jüdischen Gesellen könnten ihr Fortkommen im Auslands finden." (Hierin also nicht wie jener ägyptische Herrscher, der sich bekanntlich hartnäckig weigerte, die Israeliten aus seinem Lande ziehen zu lassen.) Die.Herren Deputirten Brockhaus, Referent von Gablenz, Meisel und von Watzdorf sprachen indeß auch bei dieser Gelegenheit ihre menschenfreundlichen Gesinnungen aus. Wer, wie wir, die schwierige Stellung, jüdischer Lehrlinge und Gesellen bei christlichen Meistern und Gesellen kennt, der muß es um so mehr lobenswerth finden, und dabei ihre stoische Ausdauer bewundern, daß es trotzdem bereits so viele Hunderte jüdischer Handwerker in Deutschland giebt. Ist es doch erst gar nicht lange her, daß ausländischen jüdischen Gesellen sogar in Preußen u. s. f. der Aufenthalt und bei Meistern zu arbeiten nicht gestattet war. Es gehört zu den , Seltenheiten, daß sich ausländische jüdische Gesellen, und da, wo Handwerkszünfte alter Art bestehen, gewiß nicht, als Ausländer in andern deutschen Landern ansässig machen oder gar Meister werden können, wie dieß auch in der zweiten Kammer auf eine ähnliche Weise entgegnet worden ist. Jeder, welcher öffentlich über die jüdischen Verhältnisse sprechen will, sollte doch wenigstens, vorher sich mit den seit fast 60 Jahren erschienenen Schriften pro et contra über diesen Gegenstand einigermaßen bekannt gemacht, auch zuvor in den jenigen Ländern sich selbst über die jüdischen Zustände genau und vorurteilslos orientirt haben, in welchen die Juden schon langst gleiche bürgerliche Rechte mit den Christen genießen. Geschähe dieses, z. B. besonders von denjenigen deutschen Ständemitgliedern, welche — oft nur aus Vorurtheil und Unkunde, — beabsichtigen, in ihren Reden, gleichviel wie und mit welchen man sie viele Jahrhunderte lang gezwungen, bloß Handel zu treiben und dadurch den Körper durch das ewige Denken zu schwächen. D. H.)

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