Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Einige Worte und Bemerkungen, in Betreff der neuesten Verhandlungen in der sächsischen zweiten Kammer über die Verhältnisse der Juden im Königreiche Sachsen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 5)
- Language
- German
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389 afte ausgenommen, ttm wegen des Sabbctths als unbrauchbar befunden worden sei. Ein Herr Deputirter, welcher, wie hervorgeht, Diskussionen über „Rehe und Hasen" wichtiger findet, als die über die Lage der Juden, bespöttelte es, „daß man bei dem Leibzolle der Juden einen Schauder empfinde."*) *) Wer die sch au der haste Art dieses Judenleibzolls nicht kennensollte, dem empfehlen wir folgende, auch anderweitig interessante historische Schrift über diesen Gegenstand zu lesen: „Über die Aushebung des Judenleibzolls, nebst einer skizzirten Geschichte der Juden, u.s. w. von F. I. K. Scheppler, beider,Rechte Doktor, u. s. w. (Hanau und Leipzig, 1805 , bei I. G. Scharneck.) Schon der gutmütige König von Frankreich, Ludwig XVI. hatte zuerst im Januar 1784 , also schon vor der französischen Revolution, im Elsaß, wo damals nach deutscher Sitte der Leibzoll noch existirte, denselben mit den Worten aufgehoben: „da es den Gesinnungen, die Wir gegen alle unsere Unterthanen hegen, zuwider ist, gegen einige derselben, eine die Menschheit erniedrigende Auflage fortdauern zu lassen, so, u.s. w." Nachdem der Erzbischof von Salzburg 1791 und eben so die fürstlich Nassauische Regierung diesen Leibzoll aufgehoben, hatte der verewigte Jacobson, welcher sich überhaupt die Aufhebung dieser Abgabe, zugleich mit eigenen, sehr bedeutenden Geldopfern, augelegen sein ließ, zuerst beim Herzoge Carl Ferdinand von Braunschweig die Abgabe, (die z. B. in Braunschweig, beim Eintritt in die Stadt, 6 feine Gulden betragen,) im Jahre 1803 bewirkt. Sehr große Verdienste um die Abschaffung dieses Leibzolls in Deutschlands hatte sich, nächst Jacobson, vorzüglich der verstorbene ehrwürdige Kammer-Agent Hr. W. Breidenbach in Offenbach durch seine edle, unermüdete Lhätigkect und seine eigenen vielen Kosten, erworben. Edle Thaten dieser Art verdienen die höchste Anerkennung und hier zum Andenken erwähnt zu werden. Für die französischen Juden bewirkte im Juni 1801 der damalige französische General-Regierungs-Kommiffac der vier neuen Departements und nachmaliger Prafect, Staatsrath I o l l i v e t t, und endlich Napoleon, diese -Iollaufhebung in Deutschland. Im April 1808 wurde im Königreiche Sachsen, von Kassel aus veranlaßt und auf Antrag des damaligen westphälischen Gesandten am Königl. Sächsischen Hofe, des berühmten Herrn von Dohm, der Leibzott zuvörderst für die damals westphälischen jüdischen Unterthanen, und so nach und nach, in Folge der Anträge der verschiedenen deutschen Regierungen, auch zuletzt