Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Einige Worte und Bemerkungen, in Betreff der neuesten Verhandlungen in der sächsischen zweiten Kammer über die Verhältnisse der Juden im Königreiche Sachsen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 368 (sequence 4)
- Language
- German
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368 vom Gemeinen bis zu denen, die ehrenvoll „den Generalshut" tragen,*) dienten und noch dienen,, etwa am Sabbath nicht exercicen wollten? Selbst bei dem Emen jüdischen Soldaten in Sachsen, bei dem in edler, lobenswerther Absicht in der Kammer als musterhaft erwähnten Korporal Mendel, wird man doch gewiß eben so keine Weigerung, am Sabbath zu exerciren, wahrgenommen haben« Eben so wenig hat man z. B. in Preußen u. s. w. jemals gehört, daß selbst die bigottesten jüdischen Stadtverordneten, oder Stadtrathe es als sündlich betrachtet Hatten , am Sabbath in den Versammlungen der Stadtverordneten zu erscheinen und über städtische Angelegenheiten zu sprechen. Die Deputirten, Brüder Fould (jüd.Religion) in Paris, sind bestimmt bisher noch niemals aus einem solchen Grunde an einem Sonnabende in der französischen Deputirten-Kammer ausgeblieben, so wie wir nicht gehört haben, daß, um nur ein Beispiel von den vielen anzuführen, der Bürgermeister Debp (jüd. Religion) in Laeken, welcher, beiläufig erwähnt, bekanntlich auch u. A. bei der Geburt des belgischen Kronprinzen die Civil- *) Z. B. der frühere westphalische, jetzige französische, Kavallerie- General Wolf, welcher, (damals als ein Mann bekannt, der sich zum jüdischen Glauben bekannte,) Chef der westfälischen Garde-Cheveaux-legers gewesen und von Napoleon zur Orgänisirung der Westfälischen Kavallerie nach Kassel gesandt wurde. Wir sahen damals im vormaligen Königreiche Westfalen, wo zuerst inj Deutsihland die Juden emancipirt waren, die vielen verschiedenen jüdischen Offiziere an den Sabbathen, z. B. die Conscribirten, unter denen auch immer viele Juden waren, eineperciren u.s. w. Die meisten dieser jüdischen Offiziere und Soldaten zeichneten sich dann im deutschen Befreiungskriege durch ihre Tapferkeit aus und erhielten Orden u. s. w. Dieß geschah also ursprünglich vor mehr als 30 Jahren, und dadurch, und weil man sich überhaupt von dem Nutzen der den Juden ertheilten gleichen Rechte überzeugt hatte, war es auch leichter, die Juden in Kurhessen zu emancipiren, und denen aus diesen westphälischen Provinzen in der Preußischen Monarchte, so wie auch im Braunschweigischen, im Besitze der bürgerlichen Rechte zu lassen, oder sie ihnen zu ertheilen»