Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Einige Worte und Bemerkungen, in Betreff der neuesten Verhandlungen in der sächsischen zweiten Kammer über die Verhältnisse der Juden im Königreiche Sachsen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 3)
- Language
- German
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307 der hoben Landstände, auf eine für sie bessere Zeit hoffen, wer könnte wohl darin etwas Unrechtes und für den Staat Nachtheiliges findend Mit dem erwähnten Aufunddavonlaufen der Juden mit ihrem-Messias, hat es aber wahrlich vor der Hand noch gar nichts zu bedeuten; und wenn es nun nach der. Ansicht und Befürchtung (?) des gedachten Herrn Abgeordneten etwa gar bald wirklich der Fall sein könnte, wie er es doch so leicht nicht ist, so würden ja dann, , zur gegenseitigen Freude, dort alle diese beschwerlichen Kammer-Debatten über solche jüdische Verhältnisse mit einem Male aufhören, welche Letztere übrigens, beiläufig bemerkt, solchergestalt auch in nicht constitutionellen Staaten, z. B. unter der hohen Regierung des blühenden Preußischen Staats, wo Hunderttausende Juden zufrieden leben, und in mehrern andern Landern nie vorhanden waren oder wenigstens jetzt nicht mehr existiren. — Ein anderes verehrliches Kammermitglied führte als Gegengrund ungefähr an: „Der Zude müsse am Sabbath einen Eid leisten, exerciren und einer Stadtverordneten - Versammlung beiwohnen dürfen." Werden denn aber der Staat und die christlichen Bewohner in Gefahr gerathen, wenn auch ferner, einmal ein Termin zur Eidesleistung eines Juden um einen oder einige Tage früher oder später anberaumt werden sollte? —- So weit wir es wissen, hat man dieses bisher in keinem .Staate als ein Hinderniß betrachtet, die Juden zu emancipiren. Hat man denn ferner seit beinahe 60 Jahren, seitdem nämlich zuerst der Kaiser Joseph H. die Juden als militairpflichtig erklärte, jemals gehört, daß die jüdischen Soldaten in Österreich, Preußen, Baiern, Frankreich, Holland, Belgien, Rußland*) und in andern Staaten, wo Tausende Juden in den verschiedenen Militairgraden, *) Nach den neuesten amtlichen Listen stehen jetzt bereits gegen 16,000 Juden im Russischen Militairdienste und bei der Russischen Ost° seeflotte sind gegen 4000 jüdische Matrosen. Diese Juden dienen alle zur größten Zufriedenheit ihrer Chefs. (Man vergleiche die Leipziger Allgemeine Zeitung sBeilagej Nr. 68, von 1843.)