Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 37)
- Language
- German
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363 Weisesten und Besten geahnt und gesehen und verkündigt und als endlich im Sturm- und Donnergcbraus unsere Zeit geboren wurde, da hat sie diese Berkündigung zur Gewißheit erhoben. Denn der in ihr erwachte, mächtig sich entwickelnde, das ganze Reich des Geistes, schon durchdringende Gedanke faßt, sic schon selber in-sich diese Zukunft und das Zndivibuum,. das zu ihm sich emporgcarbcitet, trägt auch sie prophetisch in seinem Geiste und sicht sie in glorreicher Schöne, in dämmernder Ferne vor sich liegen. Erkämpft aber will sie noch sein und wo uns auch der Zufall hingewarfen haben mag, zu diesem Kampfe werden wir alle geboren, wir Kinder der neuen Zeit,,.zu ihm nur uns heranzubilden ist unsere Aufgabe, unser Berus. Er, aber ist, wie schon erwähnt, ein Kampf des Geistes, der Gesinnung rind Überzeugung, des Gedankens und derjenige, der als ein würdiges Glied in seine Reihen treten will, hat auch diesen sich erst zu erkämpfen, muß ihn erst im Schweiße des Angcsichts sich erringen. Denn obwohl etwas durch und durch scharf Rcflektirtes, kann er doch weder gelehrt noch gelernt, noch sonst äußerlich nur so ausgenommen werden dieser Gedanke, wem er auch nicht tief in das Herz gedrungen, in den ganzen Menschen aufgegangen, nie das Blut in die Wangen gejagt, nie aus der faulen Ruhe und Zufriedenheit aufgcrüttelt und in den Krieg mit sich selber getrieben, in frischem begeistertem Zugendlcben nie den alten Sündenbock, den magern hungrigen Philister ausgetricbcn hat, den gerade die sogenannten Gebildeten noch so oft in allen Wintelu ihres Herzens sitzen haben, von wem er nicht theuere hohe Opfer gefordert und erhalten, kurz wem er nicht so zu einem Pathos, zu einer Religion geworden ist, er wird auch den nie begreifen und verstehen, der sich begeistert einen Sohn der Zeit, einen Kämpfer für ihre große Zukunft nennt. Ein solcher Kämpfer aber., wird und muß der neue Jude werden, auf diesen Standpunkt allein wird ihn, wenn nicht wiffenschaftlichc Bildung und Philosophie, doch schon