Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Historische Betrachtungen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 36)
- Language
- German
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362 bet auch jene Frage ihre Erledigung, klar und deutlich weist sie schon von ihren ersten unmittelbarsten Anfängen an, auf jenes große Ziel hin, dem, als der Errungenschaft der ganzen Weltgesehiehtc, unsre Zeit so energisch sich entgegenarbcitet und ihr Gebot ist die Liebe, die Hingebung nur an die Menschheit, ihrer Idee sich zil opfern, für sie zu bluten, zu kämpfen, zu arbeiten inid in ihrer Realisation die Erfüllung der eigenen Bestimmung zu finden. Der Jude, der so sie begriffen, so in sich ausgenommen, dieses Gebot aus ihr herausgehört hat, er hat auch den Ruf der Zeit verstanden, hat schon, wenn auch äußerlich noch gehemmt und gedrückt, jede Fessel von sieh abgeworfen, ist ein Freier geworden und steht ein lebensvolles Moment da inmitten der lebendigen Gegenwart. Er wird nicht, nachdem er sich von einer Einseitigkeit erlöst, auch erst noch mit einer andern liebäugeln, sondern in der Fülle des Menschbewußtseins wird er mit befreitem Blick in die Weltgeschichte schauen und nun hier mit begeistertem Staunen sehen, wie sie in ewiger Liebe schon Jahrtausende für ihn gearbeitet, wie da Alles, Alles auch für ihn gewesen, jeder große Gedanke auch für ihn gedacht, jede große Lhat auch für ihn geschehen ist und nur in einem solchen, der ganzen Menschheit geweihten Liebeskultus, in einem solchcn Gottbcwußtsein lebend, wird er auch frei , mit edlem Stolz, mit Mitleid und Verachtung den Blicken der.Kleinen begegnen können, die mit Haß und Scheelsucht zu ihm emporschauen, wird er über seine schlechte Lage und Stellung sich erhebend gottsreudig kräftig und rüstig an dem großen Bau jener Zukunft Mitarbeiten, in der endlich, um uns eines jüdischen Bildes zu bedienen, der Herr Einer und sein Name Einer sein und der neue Himmel und die neue Erde geschaffen sein wird. Das. aber wird der Himmel sein, der auf Erden und die Erde, die im Himmel sein wird. Mögen immerhin die kalten Spötter diese Zukunft ein bloßes Phantasieideal nennen, seit langer Zeit haben sie die